Darüber spricht Kronach #4

GROSSE PLÄNE FÜR KLEIN EDEN

Wer das Tropenhaus Klein Eden in Tettau besucht, kennt die Wärme, die Pflanzen, das Gefühl, für einen Moment aus dem Frankenwald herauszutreten. Vieles davon ist noch da. Und doch merkt man: Der Ort verändert sich. Nicht abrupt, nicht hinter verschlossenen Türen, sondern Schritt für Schritt – sichtbar für alle, die kommen. Klein Eden bleibt geöffnet. Gerade jetzt. Denn das, was hier entsteht, soll nicht erst am Ende gezeigt werden, sondern auf dem Weg dorthin. Aus dem bisherigen Tropenhaus entwickelt sich ein interaktives Bildungs- und Naturerlebniszentrum.

Ein großer Begriff, der sich vor Ort ganz konkret anfühlt: Es geht weniger um einzelne Angebote, sondern um das Zusammenspiel. Zwischen tropischen Pflanzen und gewachsenen Strukturen entstehen neue Verbindungen. Künftig sollen hier Fische und Pflanzen in Kreisläufen produziert werden – nicht als Schau, sondern als echter Betrieb. Besucher können nachvollziehen, wie Lebensmittel entstehen, wie Wasser genutzt wird und wie sich Technik und Natur begegnen. Dinge, die sonst abstrakt bleiben, werden hier greifbar.

Gleichzeitig verändert sich auch die Nutzung des Hauses. Aus dem reinen Rundgang wird nach und nach ein Ort, an dem man bleiben kann. Ein Werkstatt-Café ist geplant, in dem Produkte verarbeitet und erlebt werden. Ein Foodtruck macht die Produkte direkt vor Ort „schmeckbar“ und schafft zusätzlich neue Verbindungen auf Märkte und Feste. Und mit dem „WipfelWerk Klein Eden“ wird das aktuelle Besucherhaus um einen Erlebnispfad über drei Ebenen erweitert, der das Tropenhaus künftig als ganzjähriges Indoor-Erlebnis öffnet. Auch Bereiche wie das Bistro, die zuletzt nur untergeordnet genutzt wurden, werden Teil des neuen Ganzen. Darüber hinaus wird ein Inklusionsbetrieb integriert. Ebenso ist ein „Förderverein Klein Eden“ in Vorbereitung. Damit wird aktive und soziale Teilhabe ein wesentlicher Bestandteil des neuen Konzeptes. Das alles passiert nicht auf einmal. Und genau das macht den Reiz aus. Klein Eden ist derzeit weder fertiger Erlebnisort noch klassische Baustelle. Es ist ein Ort im Wandel. Wer heute kommt, sieht nicht nur, was ist, sondern auch, was entsteht. Und versteht vielleicht besser, wohin sich das Ganze entwickelt.

Für die Region kann daraus mehr werden als ein einzelnes Ausf lugsziel. Ein Ort, der Besucher anzieht, der Wissen erlebbar macht und der zeigt, wie sich bestehende Strukturen weiterdenken lassen. Leise, aber konsequent. Wie schnell dieser Weg gelingt, wird sich zeigen. Klar ist: Die Türen bleiben offen.

GROSSE BÜHNE AUS KLEINEN ANFÄNGEN

Was heute nach Szene klingt, begann einst beinahe beiläufig. Vor sieben Jahren war der Crazy Runners Trail im Geroldsgrüner Ortsteil Silberstein kaum mehr als eine zusätzliche Strecke im Rahmen eines klassischen Volkslaufs – solide, sympathisch, aber noch ohne das Versprechen jenes Abenteuers, das sich inzwischen mit seinem Namen verbindet.

Doch wie so oft wachsen die Dinge dort am schönsten, wo Leidenschaft auf Geduld trifft. Schritt für Schritt entwickelte sich die Veranstaltung zu einem jener gut gehüteten Geheimtipps, die man nicht laut ausruft, sondern lieber weiterempfiehlt. Ein entscheidender Moment in dieser Entwicklung war die Einführung einer UltraTrail-Strecke vor einigen Jahren. Mit über 50 Kilometern wurde aus dem einst überschaubaren Lauf plötzlich eine Herausforderung, die auch über die Region hinaus Aufmerksamkeit erzeugte. Seither reisen Läuferinnen und Läufer aus ganz Deutschland in den Frankenwald – nicht nur wegen der sportlichen Prüfung, sondern auch wegen der Atmosphäre.

Denn bei aller Professionalisierung hat sich der Lauf seinen familiären Charakter bewahrt: engagiert organisiert, nahbar, beinahe persönlich. Dass sich Qualität herumspricht, liegt auch an den richtigen Netzwerken.

Die Listung bei der Deutschen Ultramarathon Vereinigung e.V. (DUV) sorgte früh für positive Resonanz und Sichtbarkeit in der Szene. Nun geht das Organisationsteam noch einen Schritt weiter und öffnet das Fenster zur internationalen Bühne: Mit dem Beitritt zur International Trail Running Association (ITRA) wird der Lauf künftig weltweit geführt und beworben.

Sowohl der LongTrail als auch der UltraTrail tragen nun internationale Anerkennung, und wer sich hier den Höhenmetern stellt, sammelt künftig ITRA-Punkte für die globale Rangliste. Und diese Höhenmeter haben es in sich. Der UltraTrail führt über 53 Kilometer und verlangt mit knapp 2.000 Höhenmetern nicht nur Ausdauer, sondern auch Charakter.

Der LongTrail mit gut 30 Kilometern, der ShortTrail mit rund 16 und der MiniTrail mit etwa 8 Kilometern bieten abgestufte Herausforderungen – doch eines haben sie alle gemeinsam: Es geht selten geradeaus. Stattdessen bestimmen stetige Anstiege, fließende Abstiege und der ständige Wechsel des Terrains das Lauferlebnis.

Infos und Anmeldung unter www.crazyrunnersfrankenwaldtrail.de

GROSSE KUNST STATT RIESENSCHRECK

„In den Landschaften meiner Jugend gehörten Vogelscheuchen ganz selbstverständlich dazu“, sagt Ingo Cesaro – und liefert damit zugleich die leise, fast poetische Begründung für ein internationales Kunstprojekt. Anfang dieses Jahres hat er den Wettbewerb öffentlich ausgeschrieben und knüpft damit an frühere Erfolge an: Bereits 1996 in Rugendorf und 2019 in Mitwitz fanden internationale Vogelscheuchen-Wettbewerbe statt, die auf große Resonanz stießen. Statt Vögel zu erschrecken, sollen Vogelscheuchen als Kunstwerke Menschen erfreuen. In diesem Jahr wird das Projekt erneut aufgegriffen und in einen größeren Rahmen gestellt. Gemeinsam mit dem Fränkisches Gartenfest der Firma ARCOS sowie dem Regionale Kunstförderung Kronach e. V. organisiert Cesaro diesen besonderen Wettbewerb.

Auch seitens der beteiligten Partner wird die Idee bewusst unterstützt: Geschäftsführer André König betont, dass sein Unternehmen stets auf der Suche nach neuen, unverwechselbaren Akzenten sei. Zwar verfüge Mitwitz mit seinem seit vielen Jahren etablierten Künstlermarkt bereits über ein kulturelles Highlight, doch zusätzliche Impulse seien ausdrücklich willkommen.

Die Resonanz auf die Ausschreibung zeigt, dass das Konzept auf Interesse stößt. Cesaro hat gezielt Künstler, Privatpersonen, Familien, Schulen und Vereine angesprochen, insbesondere auch Gartenbauund Landschaftspflegevereine. Viele von ihnen haben bereits ihre Teilnahme zugesagt und bereiten eigene Beiträge für den Wettbewerb vor. Ein Anreiz ist dabei nicht zuletzt das ausgelobte Preisgeld von insgesamt 2.000 Euro. Die Entscheidung über die Preisträger liegt in den Händen der Besucher des Gartenmarktes in Mitwitz, der vom 29. bis 31. Mai 2026 stattfindet.

Im Anschluss daran wird eine Auswahl der eingereichten Arbeiten weiter präsentiert: Im „leuchtenden Kräutergarten“ der Arnika-Akademie in Teuschnitz werden sie vom 22. bis 29. August ausgestellt und illuminiert. So verbindet das Projekt auf eindrucksvolle Weise Erinnerungen an eine ländliche Tradition mit zeitgenössischer künstlerischer Gestaltung und lädt dazu ein, Vertrautes neu zu betrachten.

GROSSE GEFÜHLE TROTZ GROSSER KÄLTE

Der Plan war eigentlich ein anderer: Mit den ersten zaghaft en Sonnenstrahlen sollte der Frühling die Trekkingsaison im Frankenwald pünktlich zum Beginn der bayerischen Osterferien am 27. März eröffnen – ein leiser Auftakt, der Lust macht auf Rucksack, Wanderstiefel und die kleine Verheißung von Abenteuer. Doch wie so oft hielt sich das Wetter nicht an dramaturgische Vorgaben. Statt milder Luft und Vogelkonzert präsentierte sich das Wochenende mit frostigem Eigensinn. Dass dies ausgerechnet jene nicht abschreckt, die das Draußensein mehr als nur als Freizeitbeschäftigung begreifen, überrascht kaum. Echte Trekking-Fans lassen sich von ein paar Minusgraden nicht beeindrucken – im Gegenteil: Gerade das Unbequeme scheint den Reiz zu steigern.

So konnten auf nahezu allen Trekkingplätzen im Frankenwald bereits die ersten Gäste begrüßt werden. Und wenn am Abend das Lagerfeuer knistert, relativiert sich ohnehin vieles: Kälte wird zur Randnotiz, Wärme zur Gemeinschaftserfahrung. Die Trekkingplätze selbst folgen dabei einer stillen Philosophie. Fernab von Schranken, Parzellen und dem wohlgeordneten Leben klassischer Campingplätze bieten sie das, was man heute fast schon suchen muss: Einfachheit. Mitten im Wald, oft gut verborgen, eröffnen sie naturnahe Übernachtungsmöglichkeiten für all jene, die das Abenteuer des „Draußen-Schlafens“ nicht nur erahnen, sondern erleben möchten.

Es ist diese Mischung aus Freiheit, Ruhe und unmittelbarer Natur, die den Frankenwald zu einem kleinen Refugium für Wandernde macht.

GROSSES WISSEN GROSSER BÄUME

Ob als heilsamer Begleiter im Alltag, aromatische Zutat in der Küche oder natürlicher Rohstoff. Die Fichte ist weit mehr als nur ein Waldbaum. Ein neues Buch von Tanja Mia Müller aus Steinbach am Wald lädt dazu ein, die Fichte in all ihren Facetten neu zu entdecken. Mit liebevoll zusammengestellten Rezepten, praktischen Anwendungen und traditionellen Hausmitteln zeigt es, wie vielseitig Nadeln, Harz und Triebe genutzt werden können. Von duftenden Salben über erfrischende Wildkräuter-Limonaden bis hin zu leckeren Rezepten – hier finden die Leserinnen und Leser Inspiration für Körper, Küche und den Weg zurück zur Naturverbundenheit: Eintauchen in die wunderbare Welt der Fichte und von ihrem uralten Wissen und heilsamen Inhaltsstoffen begeistern lassen. Das Buch ist auf der Seite der Autorin (www.kraeuterig.de/shop) erhältlich.

GROSSE VIELFALT GROSSARTIGER KÜNSTLER

Die neue Ausstellung „Vielfalt“ in der Galerie am Brunnen im kürzlich eröffneten Gemeindezentrum in Weißenbrunn widmet sich noch bis Anfang August der Malerei und Grafik. Auf zwei Etagen präsentieren Künstlerinnen und Künstler des Regionale Kunstförderung Kronach e.V. ihre aktuellen Arbeiten und geben damit einen lebendigen Einblick in ihr gegenwärtiges Schaffen. Ergänzt wird die Ausstellung durch zwei besondere Werke, die fest in den Galerieräumen verankert sind: die Skulptur „Hoffnung“ des russischen Bildhauers Michael Alexandrov, entstanden im Rahmen des internationalen Kunstprojekts „HolzART“, sowie die großformatige, dreiteilige Malerei „Musikinstrumente“ von Horst Böhm. Beide Arbeiten sind als Dauerleihgaben Teil der Ausstellung und tragen wesentlich zur besonderen Atmosphäre der Räume bei. „Vielfalt“ ist bereits die dritte Präsentation dieser Reihe, nach den Ausstellungen „Aufbrüche“ und „Durchbruch“, und richtet sich an Kunstinteressierte aus der Region ebenso wie an Besucher von außerhalb. Ziel ist es, die künstlerische Bandbreite vor Ort sichtbar zu machen und einen authentischen Eindruck der regionalen Kunstszene zu vermitteln. Damit leistet die Ausstellung nicht zuletzt einen wertvollen Beitrag zur kulturellen Bereicherung des Landkreises Kronach.