Darüber spricht Lichtenfels #7

GESUNDHEIT FÜR ALLE

Lichtenfels hat sich in diesem Frühjahr zum ersten Mal ein wenig in ein lebendiges Gesundheitslabor verwandelt. Beim 1. Lichtenfelser Gesundheitstag im April in der Stadthalle standen nicht Zahlen oder Diagnosen im Vordergrund, sondern das, was dazwischenliegt: das bewusste Erleben von Gesundheit. Und die Premiere durfte sich gleich über einen bemerkenswerten Zuspruch freuen – rund 1.400 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit zum Informieren, Ausprobieren und Hinterfragen. Mehr als 40 regionale Aussteller hatten ihre Stationen aufgebaut und machten die Stadthalle zu einem Parcours der Möglichkeiten: vom persönlichen Gespräch über individuelle Beratungen bis hin zu kleinen Gesundheitschecks, die nicht selten überraschende Erkenntnisse lieferten. Besonders gefragt waren die Mitmachangebote, bei denen Gesundheit nicht erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar wurde. Ein weiterer Anziehungspunkt war das dicht getaktete Vortragsprogramm.

16 Expertinnen und Experten füllten die Säle mit Themen, die den Alltag vieler Menschen unmittelbar berühren – von Ernährung über Bewegung bis hin zu modernen medizinischen Ansätzen und Prävention. Die Resonanz war entsprechend groß, manche Vorträge waren bis auf den letzten Platz besetzt. Auch die Aussteller zeigten sich beeindruckt von der Premiere: Nicht nur die Besucherzahl, sondern vor allem die Qualität der Gespräche wurde vielfach hervorgehoben. Der Austausch war weniger Messebetrieb als vielmehr ein konzentriertes Miteinander auf Augenhöhe. Zusätzliche Dynamik brachte die parallel stattfindende Familienmesse „famfair“, die der Stadthalle einen zusätzlichen, fast schon marktartigen Charakter verlieh – bunt, lebendig und gut besucht. Am Ende stand ein einhelliges Fazit der Veranstalter von sport-praxis Faulstich, Hörgeräte Geuter und den Pflegehelden Oberfranken: Diese erste Auflage war mehr als ein gelungener Auftakt – sie war ein deutliches Zeichen dafür, dass Gesundheit dort am besten ankommt, wo sie nicht abstrakt bleibt, sondern ins Gespräch kommt.

ERFOLG FÜR SPARKASSE

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit wirken nüchterne Zahlen oft wie eine Art Gegenwelt – eine, in der Ordnung, Kontinuität und Berechenbarkeit noch ihren Platz haben. So lässt sich auch das Geschäftsjahr 2025 der Sparkasse Coburg–Lichtenfels lesen, das trotz eines anspruchsvollen Marktumfelds eine bemerkenswert stabile Entwicklung genommen hat. Der Vorstand zieht insgesamt eine positive Bilanz: Die operative Geschäftsentwicklung zeigte sich robust, die Erträge konnten deutlich gesteigert werden. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass der lange rückläufige Trend bei den Kundeneinlagen gestoppt wurde – ein Signal des Vertrauens in bewegten Zeiten. Im Wertpapiergeschäft wiederum markiert 2025 sogar ein Rekordjahr und unterstreicht die wachsende Bedeutung alternativer Anlageformen.

Auch das Kreditgeschäft bewegte sich im Spannungsfeld zwischen Zurückhaltung und vorsichtiger Dynamik. Während Unternehmen in der Region weiterhin eher zurückhaltend investierten, zeigte sich im privaten Bereich eine spürbar lebendigere Nachfrage nach Wohnungsbaukrediten – ein Indiz dafür, dass der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ungebrochen ist, auch wenn das Umfeld komplex ist. So bleibt die Sparkasse in einer Zeit geopolitischer und wirtschaftlicher Brüche ein vertrauter Fixpunkt für rund 80.000 Kundinnen und Kunden – regional verankert, digital gewachsen und im Selbstverständnis weiterhin nah an den Menschen. Mit Blick auf das Jahr 2026 zeigt sich der Vorstand vorsichtig optimistisch. Neue Herausforderungen werden erwartet, doch die Sparkasse sieht sich gut gerüstet – als ein Haus, das Stabilität nicht nur verspricht, sondern im Alltag auch leistet.

KONKURRENZ FÜR RICHARD WAGNER

Es gibt Künstler, deren Werk Jahrzehnte fast im Verborgenen reift, bevor es die Aufmerksamkeit erhält, die ihm eigentlich längst gebührt hätte. Genau eine solche späte Würdigung erlebte nun der 1926 in Oberlangenstadt geborene und erst vor wenigen Jahren 2020 verstorbene Komponist Adolph Kurt Böhm beim 1. Internationalen Adolph-Kurt-Böhm-Festival, das Ende April und Anfang Mai in Bayreuth, Mitwitz, Küps und auf Kloster Banz stattfand. Die Konzertreihe geriet dabei nicht nur zu einer musikalischen Hommage, sondern zu einer eindrucksvollen Annäherung an einen außergewöhnlichen Künstler. Den festlichen Höhepunkt fand das Festival im Kaisersaal von Kloster Banz im Landkreis Lichtenfels, wo Musik, Erinnerung und Atmosphäre auf besondere Weise zusammenfanden.

Zu verdanken ist die Wiederentdeckung Adolph Kurt Böhms der Küpser Cellistin und Musikpädagogin Ulrike Maria Gossel, die sich seit Jahren mit großem persönlichem Engagement dafür eingesetzt hatte, das Werk des Komponisten zu bewahren, zu ordnen und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Böhms Werk galt als vielschichtig und poetisch, geprägt von großer Emotionalität, feinen literarischen Bezügen und einer spürbaren Offenheit gegenüber unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen. Sein Leben wiederum war von Brüchen und außergewöhnlichen Erfahrungen gezeichnet. Als Kind einer jüdischen Familie musste er Deutschland verlassen und wuchs im Exil in Frankreich auf. Erst in den 1980ern fand er in Murnau nicht nur eine neue Heimat, sondern mit seiner Frau Christine auch jene Muse und Lebensbegleiterin, die ihm Halt gab und die als Ehrengast auch das Festival besuchte. Die Konzertreihe jedenfalls war ein großer Erfolg, wohl nicht zum letzten Mal.

BÄUME FÜR MENSCHEN

Es gibt Bäume, die einfach nur wachsen. Und es gibt solche, die bleiben. Die Schatten spenden, Geschichten speichern und über Jahrzehnte hinweg still mit dem Leben ihrer Umgebung verwoben sind. Genau diesen besonderen Gewächsen widmet sich in diesem Jahr die Aktion „Haus- und Hofbäume“, initiiert vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in Zusammenarbeit mit der Umweltstation Obermain-Jura. Informationen finden sich unter www.landespflege-lichtenfels.de.

Gesucht werden keine perfekten Exemplare aus dem Lehrbuch, sondern Charakterbäume mit Biografie: die alte Linde im Hof, unter der schon Generationen saßen; der Apfelbaum, der einst zur Geburt eines Kindes gepflanzt wurde; oder auch der junge Baum, der erst beginnt, seine eigene Geschichte zu schreiben. Selbst dort, wo Vereine, Dörfer oder Kirchengemeinden einen Baum als stillen Mittelpunkt ihres Ortes pflegen, lohnt sich ein genauer Blick. Denn diese Bäume sind weit mehr als grüne Kulisse. Sie sind Klimaschützer im Kleinen, Sauerstoffspender, Schattenspender und manchmal sogar heimliche Streitschlichter zwischen Nachbarn – wenn ihre Äste zu weit in die falsche Richtung wachsen. Und doch sind sie vor allem eines: lebendige Zeitzeugen. Sie verbinden Generationen, erinnern an Vergangenes und wachsen gleichzeitig in die Zukunft hinein. Mit der Aktion soll genau diese Bedeutung sichtbar gemacht werden – jenseits des Alltäglichen, jenseits der Selbstverständlichkeit. Wer seinen Haus- oder Hofbaum vorstellen möchte, kann sich bis zum 31. Oktober 2026 bewerben.

BÄUME FÜR KINDER

Nach ihrem ersten erfolgreichen Fall können Felix und Lina es kaum erwarten, erneut als „Baumhaus-Agenten“ aktiv zu werden. Doch ihre Abenteuerlust wird jäh gebremst: Der Wald rund um ihr geliebtes Baumhaus soll gerodet werden – ein Industriegebiet ist geplant. Und als sich im Wald zudem immer mehr rätselhafte Vorfälle häufen, ist klar: Hier stimmt etwas nicht. Die beiden jungen Ermittler nehmen die Spur auf und geraten mitten in eine Verschwörung, die ihren ganzen Lebensraum bedroht. Mit viel Fantasie und Gespür für kindliche Abenteuerlust entführt die gebürtige Lichtenfelserin Anna Trenkwald in ihrem Buch „Die Baumhaus-Agenten: Wald in Gefahr“ junge Leserinnen und Leser ab 8 Jahren in eine Welt voller Freiheit, Natur und Geheimnisse. Weitere Informationen: shop.zwergenstark.de.

FOTOS FÜR DIE UKRAINE

Seit 2017 dokumentiert der weit über den Raum Lichtenfels hinaus bekannte Journalist und Fotograf Till Mayer den Krieg in der Ukraine als langfristiges Beobachtungsprojekt mit Kamera und Reportageblock. Früh hatte er vor einer Ausweitung des Konflikts gewarnt – seit Februar 2022 berichtet er nahezu kontinuierlich aus dem Kriegsgebiet, oft mehrere Monate im Jahr vor Ort. Aus dieser intensiven Arbeit ist nun das Buch „Widerstand – Freiheitskampf der Ukraine“ entstanden, das zugleich auch als Ausstellung präsentiert wird. Mayer zeigt darin keine abstrakten Kriegsbilder, sondern konkrete Realität: Soldaten in ihren Stellungen, zerstörte Landschaften und brennende Technik an der Front im Donbas ebenso wie die Bedrohung für Zivilisten in Städten wie Cherson. Seine Fotografien und Texte zeichnen ein eindringliches Bild des Alltags im Krieg – zwischen Angst, Zerstörung und dem unbeugsamen Willen zum Widerstand. „Widerstand“ ist damit weniger eine Momentaufnahme als vielmehr ein fortlaufendes Protokoll eines Krieges, der Europa verändert hat – und ein stilles Zeugnis über Mut, Ausdauer und den Preis der Freiheit. Mehr Informationen: www.tillmayer.de.

NASSANGER FÜR DEN FRIEDEN

Manchmal erzählt Architektur mehr über eine Zeit, als es jede Chronik vermag. Weitere Informationen unter www.friedenszentrum-europa.org. Das Gut Nassanger im Lichtenfelser Ortsteil Trieb ist ein solches Bauwerk – ein Rundbau, der bereits 1693 errichtet wurde und dessen ursprüngliche Idee pragmatisch war: Mist im Zentrum, geordnet und gebündelt, als funktionaler Mittelpunkt eines landwirtschaftlichen Systems. 333 Jahre später hat sich die Bedeutung dieses Zentrums auf bemerkenswerte Weise verschoben: Im Herzen des historischen Rundbaus steht jetzt ein anderer Gedanke: der Frieden. Eine internationale Friedensforschungsgruppe entdeckte den Nassanger 2025 als geografisches und symbolisches Zentrum Europas und erkannte in ihm einen idealen Standort für ein zukünftiges „Friedenszentrum Europa“. Die Idee dahinter ist ebenso schlicht wie anspruchsvoll: Frieden als gemeinsamer Nenner jenseits von Herkunft, Religion oder politischer Haltung. Im geplanten Zukunftsmuseum sollen Ansätze sichtbar werden, die Wege aus Konflikten aufzeigen und Perspektiven für ein friedliches Miteinander entwickeln. So wird aus einem einst funktionalen Bauernhof-Rundbau ein Ort der Ideen – und vielleicht ein Symbol dafür, dass sich Bedeutungen verändern dürfen, ohne ihre Geschichte zu verlieren.

PROMINENZ FÜR DIE BÜHNE

Der Veranstaltungsservice Bamberg bringt seit vielen Jahrzehnten große Namen und besondere Programme in die Region und prägt damit nachhaltig das kulturelle Leben zwischen Obermain und Coburg. Auch in diesem Jahr reicht das Spektrum wieder von den „Lieder auf Banz“ und „Lachen auf Banz“ über die Seebühne in Bad Staffelstein bis hin zu den HUK-COBURG-open-airs in Coburg, die 2026 mit insgesamt zwölf Open-Air-Abenden aufwarten. Eine besondere Premiere sticht dabei hervor: Am 29. August 2026 wird Coburg selbst zur Bühne für einen der bedeutendsten Theaterklassiker überhaupt – Hugo von Hofmannsthals „JEDERMANN“. Für Tickets: www.kartenkiosk-bamberg.de.

Das berühmte Spiel vom Sterben des reichen Mannes entfaltet sich als großes Open-Air-Theaterereignis, das eindrucksvolle Bilder mit unmittelbarer Nähe zum Publikum verbindet. Für diese außergewöhnliche Inszenierung versammelt sich ein namhaftes Ensemble: Julian Weigend übernimmt die Titelrolle, Erol Sander verkörpert den Tod, Dorkas Kiefer den Teufel, Susanne Bormann die Buhlschaft, Alexandra Kamp den Guten Gesell, Alma Rehberg den Glauben, Ralph Morgenstern den Mammon und Markus Majowski den Vetter – um nur einige zu nennen. Auch ein erster Blick in die fernere Zukunft weckt Vorfreude: 2027 kehrt Herr Schröder mit seinem neuen Solo „Der Rest ist Hausaufgabe“ zurück auf die Bühne. Der staatlich geprüfte Deutschlehrer, der längst Arenen füllt, begeistert mit seinen kreativen, lehrreichen und augenzwinkernden Social-Media-Formaten ein stetig wachsendes Publikum. Seine Shows sind regelmäßig in kürzester Zeit ausverkauft, ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem „Stuttgarter Besen“ und dem „Prix Pantheon“, zudem ist er häufig im Fernsehen präsent. Tickets: www.kartenkiosk-bamberg.de.

BESUCH FÜR JOHNNY DEPP

Im Rahmen ihrer alljährlichen Campertour bis Ende April machten die beiden Radio-EINS-Morgenmoderatoren Thomas Apfel und Torsten Hanft auch im Landkreis Lichtenfels Station. Ein besonderer Halt führte sie auf Kloster Banz in die Kunsthalle – zur aktuellen Ausstellung mit Werken von Johnny Depp. Dessen Kunst, lange Zeit nur im privaten Umfeld geteilt, ist erst in den letzten Jahren öffentlich geworden und inzwischen auch auf dem internationalen Kunstmarkt präsent. Neben der Ausstellung besuchten die beiden auch das Museum Kloster Banz: Zwischen Klostergeschichte und exotischen Sammlungen stößt man dort auf ein spektakuläres Fossil – das heutige Herzstück des Museums, das 2,10 m lange versteinerte Skelett eines Fischsaurierschädels. Ein gigantisches Zeugnis der Urzeit, das schon im 19. Jahrhundert für Staunen sorgte und bis heute zu den eindrucksvollsten seiner Art in Europa zählt.

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