
Unterwasserwelt in Küps
Wer sagt eigentlich, dass Porzellan nur in der Vitrine glänzen darf? Bei der Porzellanmanufaktur Lindner hat das edle Material jetzt einen großen Auftritt unter freiem Himmel – und zwar mit ordentlich Tiefgang. Ein mehrere Meter hoher Nereiden-Brunnen schmückt die Seitenwand des Firmengebäudes und entführt die Betrachter in eine zauberhafte Unterwasserwelt.

Geschaffen hat das Kunstwerk Seniorchef Werner Gossel aus 28 handreliefierten Porzellanplatten. Darüber ergießt sich das Wasser, vorbei an Seepferdchen, Nereiden, dem Meeresgott Poseidon, dem Wassergeist Undine und allerlei fantastischen Geschöpfen. Im Spiel der Spiegelungen scheinen die Reliefs beinahe lebendig zu werden – als hätte der Meeresgott höchstpersönlich seine Schatzkammer geöffnet.
Küps’ Bürgermeister Bernd Rebhan würdigte den Brunnen als Bereicherung für die örtliche Porzellanwelt und als neuen Anziehungspunkt für Besucher. Schließlich blickt der Markt auf eine fast 200-jährige Porzellangeschichte zurück und ist Teil der grenzüberschreitenden Porzellanstraße.
Auch rund um den Brunnen gibt es bei Lindner einiges zu entdecken: den Eidechsenweg, eine blühende Jardinière aus Porzellan und eine Gedichtewand, die an Gossels verstorbene Frau, die Lyrikerin Ingeborg Gossel-Pacher, erinnert. Wer noch tiefer in die Welt des „Weißen Goldes“ eintauchen möchte, kann bei Führungen die Produktion kennenlernen oder die Porzellanausstellung im Rathaus besuchen. In Küps zeigt sich eben: Porzellan kann nicht nur zerbrechlich und kostbar sein – sondern auch märchenhaft sprudeln.
Blumenwiese in Weißenbrunn
Weiße Rosen, weiße Lilien, weißer Mohn – manchmal braucht es keine großen Worte, um eine große Sehnsucht auszudrücken. In der Galerie am Brunnen in Weißenbrunn dreht sich seit November alles um die wohl friedlichsten Botschafter der Welt: Blumen.
Ingo Cesaro hat dort die Ausstellung „Auch Blumen für den Frieden“ gestartet. Organisiert wird die Schau von dem von ihm geleiteten Verein Regionale Kunstförderung Kronach e. V. Künstlerinnen und Künstler nähern sich dem Thema Frieden mit Pinsel und Zeichenstift. Zu sehen sind Werke von Bernd Dittmann, Christine Hirt, Peter Korn, Karin Schöntag, Silke Jäger und vielen anderen.
Eine Ausstellung, die daran erinnert: Frieden beginnt vielleicht nicht gleich im Großen – manchmal wächst seine Botschaft ganz still, Blütenblatt für Blütenblatt.
Die Galerie am Brunnen in Weißenbrunn ist im Gemeindezentrum am Brunnen zu finden, direkt in der Ortsmitte. Die Ausstellung ist bis Ende März 2027 zu sehen.
Waldbaden in Kronach
Von verwunschenen Naturwelten bis zu den Spuren der Zerstörung: Die Jahresausstellung des Kronacher Kunstvereins zeigt, wie unterschiedlich sich Künstlerinnen und Künstler dem Thema Wald nähern.
Ein Wald ist niemals nur ein Wald. Er ist Sehnsuchtsort und Lebensraum, geheimnisvolles Geflecht und bedrohtes Ökosystem, ein Ort der Stille ebenso wie ein erstaunlich geschäftiger Mikrokosmos. Wie viele Geschichten zwischen Wurzeln, Moos und Baumkronen stecken, zeigt die Jahresausstellung des Kronacher Kunstvereins, die sich 2026 dem Thema „Wald“ widmet.

Einmal im Jahr gehört die Bühne den künstlerisch aktiven Mitgliedern sowie Freundinnen und Freunden des Vereins. Dabei treffen ambitionierte Hobbykünstler auf etablierte und professionell Kunstschaffende – und auf ein Publikum, das sich überraschen lassen darf. Denn die heimische Kunstszene erweist sich als ebenso vielfältig wie ihr diesjähriges Sujet: Malerei, Zeichnung und Bildhauerei begegnen Installationen, Film, Lichtkunst und digitalen Formaten.
Die Perspektiven auf den Wald könnten unterschiedlicher kaum sein. Da ist die Schönheit der Natur, aber auch ihre Verletzlichkeit; da sind Umweltzerstörung und die Frage nach unserer Verantwortung. Der Blick reicht vom geheimnisvollen Pilzgeflecht tief unter der Erde bis zum großen, bewaldeten Lebensraum. Zwischen Chaos und Hoffnung, Kommunikation und Zusammenhalt entfaltet sich ein künstlerisches Dickicht, in dem es einiges zu entdecken gibt.
Die Ausstellung will deshalb mehr sein als eine Leistungsschau regionaler Kreativität. Sie lädt zum Innehalten, zum Nachdenken und zum Gespräch ein. Vielleicht verlässt man sie mit einem neuen Blick auf den Wald vor der eigenen Haustür – und mit der Erkenntnis, dass sich hinter jedem Baum noch eine andere Geschichte verbergen kann.
Zu sehen vom 8. November bis 13. Dezember 2026.
Höhenluft am Rennsteig
Ein halbes Jahr nach dem Baustart nimmt der Windpark am Rennsteig zunehmend Gestalt an. Alle 15 Fundamente sind fertiggestellt. Flächen, Wege und Kabelbau sind weitgehend abgeschlossen, während bereits die ersten unteren Turmsegmente montiert werden. Die temporär angelegten Wege und Kranstellflächen werden dabei vollständig für die Bauarbeiten genutzt.
Nun geht es Schritt für Schritt in die Höhe: Weitere Turmteile werden angeliefert und die Anlagen zunächst bis auf 80 Meter aufgebaut. Die Arbeiten liegen damit voll im Zeitplan und verliefen bislang ohne ungewöhnliche Komplikationen. Ab Ende November folgt der Anlieferung der Großkomponenten, darunter Rotorblätter, Gondeln und schließlich Generatoren, der nächste große Schritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme im zweiten Quartal 2027.
Kaffeeduft aus Bamberg
Freunde des Kaffees aus Kronach sollten sich 2027 schon jetzt im Kalender anstreichen, dann nämlich feiert ein paar Kilometer weiter ein neues Festival Premiere, in Bamberg nämlich steigt dann das Coffee Festival Franken im Rahmen der Messe „Franken aktiv und vital“.
Unter dem Motto „Ein gesunder Genuss“ dreht sich alles um die Bohne, ihre Herkunft und die Kunst der perfekten Zubereitung. Besucher können Spezialitäten regionaler Röstereien probieren, bei Workshops selbst Hand anlegen und entdecken, wie Wasser, Milch und Brühmethode den Geschmack beeinflussen.
Herzstück ist der „Roasters Boulevard“: Hier wird verkostet und abgestimmt, bis der Publikumsliebling und damit der „Coffee Festival Franken People’s Choice“ feststeht. Ein Ausflug nach Bamberg am 13. und 14. März in die dortige Brose arena könnte sich für Kaffeefans aus Kronach also lohnen – schließlich gibt es zwischen Cappuccino und Crema eine ganze Welt zu entdecken.
Graffitis in Steinwiesen
Steinwiesen macht sich auf den Weg – und zwar auf einem alten Bahndamm. Hier entsteht derzeit ein interaktiver Erlebnisweg, der künftig Menschen jeden Alters zum Entdecken, Spielen und Informieren einladen soll. Initiiert hat das Projekt der Steinwiesener Unternehmer Rainer Kober, der damit auch den Tourismus im Ort stärken möchte. Die Idee: Gäste sollen nicht nur in den Beherbergungsbetrieben am Ortsrand übernachten, sondern zu Fuß den Weg in den Ortskern finden und dabei weitere Angebote und Einrichtungen entdecken.

Audiostationen, ein Wasserspielplatz und verschiedene Erlebnisangebote sollen die Strecke zu einer abwechslungsreichen Entdeckertour machen. Ein farbenfroher Blickfang ist zum Beispiel die Außenwand einer Industriehalle des Unternehmens von Rainer Kober, die jetzt großflächige Graffiti-Motive zieren. Damit wird selbst eine nüchterne Fassade zum Teil des Erlebniswegs. Unterstützung erhält das Vorhaben inzwischen auch vom Landwirtschaftsministerium, das das Projekt fördert. So soll aus dem alten Bahndamm Schritt für Schritt eine touristische Attraktion werden, die Steinwiesen auf neue Weise erlebbar macht.

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