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von Ulrike Weinberger von der Buchhandlung Osiander in Bamberg
Was tun, wenn man bei den Eltern wohnt, eine Pension für Hunde aufgebaut hat und dann auf den Jugendfreund trifft, der ebenfalls in das Heimatdorf zurückkehrt?
Büsing hat mit Magisch und Marie zwei Figuren erfunden, die einen angenehm aufregenden Roman mit geglückter Liebe tragen. Gleichzeitig werden die gravierenden politischen Probleme unserer Zeit diskutiert, wobei die Erzählerin in rasantem, sehr komischem Ton feste Denkmuster und Zuschreibungen hinterfragt.
Der Stil ist flapsig, die knappen Beschreibungen sitzen, die Dialoge haben Tempo. Maximal unsentimental könnte man „Magisch“ als einen der schönsten Liebesromane bezeichnen, die man seit Langem gelesen hat. Und doch ist „Magisch“ so viel mehr. Denn während Magisch und Marie in jungen Jahren die Punks im Ort waren, war und ist der Bruder von Marie der Nazi in der Familie. Was macht das mit dieser Familie, insbesondere mit Marie? Wie kann man damit umgehen? Ganz aktuelle Fragen, die sicher nicht nur Marie und Paul Magisch beschäftigen. Annika Büsing kann vieles, aber ihre absolute Superpower sind Dialoge. Die Worte fliegen zwischen Marie und Paul, Marie und Andi, ihrem Bruder, immer knapp, treffend, auf den Punkt. Da kann man sich einiges abschauen für den Umgang miteinander, mit Andersdenkenden, mit Gleichgesinnten. Absolute Leseempfehlung!
Inhaltsangabe „Magisch“
Magisch ist zurück. Natürlich in dem Haus hinter dem Kullerbsenwall, natürlich mit einem Job, der nicht ganz legal ist, natürlich mitten in der flirrenden Hitze des Spätsommers. Und alles fühlt sich an wie in ihren besten Zeiten, als Marie und Magisch erst enge Freunde und dann die erste Liebe wurden. Mehr als fünfzehn Jahre sind vergangen, und jetzt sitzen sie unten am Feldweg bei der Pferdekoppel im Schatten der Büsche und trinken Fanta-Korn als wäre nie etwas gewesen. Doch Andi, Maries Bruder, ist auch noch da, war tatsächlich nie weg, ist mittlerweile in der Partei, und noch immer gefährlich. Als Magisch bedroht wird, ist für Marie der Zeitpunkt gekommen, die Frage nach der Brandmauer in der eigenen Familie neu zu stellen.
Annika Büsing
Annika Büsing (*1981) lebt mit ihrer Familie in Bochum und unterrichtet an einem Gymnasium. 2022 gewann sie mit ihrem gefeierten Debüt „Nordstadt“ den Deutschen Jugendliteraturpreis, den Literaturpreis Ruhr und den Mara-Cassens-Preis. Nominiert war sie außerdem für den Bayerischen Buchpreis, den Bloggerpreis Das Debüt und den Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals. Mit „Koller“ schaffte sie es auf die Listen des Evangelischen Buchpreises und des Preis Das zweite Buch. Beide Romane wurden fürs Theater adaptiert. Ihr dritter Roman „Wir kommen zurecht“ erschien im Frühjahr 2025 bei Steidl.

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