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Wie Wirtschaftsinformatik 2.0 Praktische Lehre in Kronach neu denkt.
Ein Studium, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern von Anfang an mit echten Aufgaben aus der Wirtschaft arbeitet: Genau das bietet der Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik 2.0 der Hochschule Coburg am Lucas-Cranach-Campus in Kronach. Schon im ersten Semester wird dort nicht nur theoretisch gearbeitet. Studierende entwickeln Konzepte, bearbeiten reale Fragestellungen aus Unternehmen und präsentieren ihre Ergebnisse oft vor echten Praxispartnern. Für Anna Scharf und Jannis Trinkwalter, die inzwischen im achten Semester studieren, war genau das einer der Gründe, warum sie sich für den Studiengang entschieden haben.
Eines ihrer ersten Projekte führte sie direkt zur Confiserie Burg Lauenstein. Dort entwickelte ihre Gruppe nachhaltige Verpackungsideen – nicht nur auf dem Papier, sondern mit konkreten Konzepten, Modellen und Präsentationen. „Drei Wochen waren wir von früh bis spät an dem Projekt gesessen“, erinnert sich Anna. Solche Projekte sind in Kronach kein Zusatz, sondern Teil des Studienalltags.
PRAXIS STATT PRÜFUNGSSTAU
Was Wirtschaftsinformatik 2.0 besonders macht, ist nicht nur der Inhalt, sondern vor allem das Lernkonzept. Statt mehrere Fächer parallel über ein ganzes Semester zu hören und am Ende eine geballte Prüfungsphase zu absolvieren, lernen die Studierenden in dreiwöchigen Modulen. Jedes Modul behandelt ein Thema oder eine konkrete Aufgabenstellung intensiv und kompakt.
Für viele Studierende ist genau das ein großer Unterschied zu klassischen Studienmodellen. „Wir lernen nicht für einen riesigen Prüfungsblock am Ende des Semesters, sondern arbeiten uns wirklich in Themen hinein“, sagt Jannis. Das sorgt nicht nur für einen anderen Lernrhythmus, sondern auch für mehr Nähe zur späteren Berufspraxis.
Hinzu kommt etwas, das den Standort Kronach besonders macht: die Atmosphäre. Statt anonymer Hörsäle erleben die Studierenden hier einen engen Austausch mit Lehrenden und untereinander. Man kennt sich, arbeitet gemeinsam an Projekten und kommt auch außerhalb der Lehrveranstaltungen ins Gespräch.
Dass am Campus gemeinsam gekocht, diskutiert oder an Ideen weitergedacht wird, gehört hier ganz selbstverständlich dazu. Prof. Dr. Christian Zagel, Standortleiter am Lucas-Cranach-Campus, sieht darin einen entscheidenden Punkt: „Das Wie ist bei der Frage des Studierens heute fast wichtiger als das Was.“ Es gehe darum, Studierende früh in reale Problemstellungen hineinzubringen – und in ein Umfeld, in dem sie sich ausprobieren, Fragen stellen und Verantwortung übernehmen können.
Dabei bewegt sich der Studiengang genau an der Schnittstelle, die für viele Unternehmen heute entscheidend ist: zwischen Wirtschaft, IT, Digitalisierung und Innovation.
GEFRAGTE SCHNITTSTELLENKOMPETENZ
Wirtschaftsinformatik 2.0 bildet keine reinen Programmiererinnen und Programmierer aus – aber auch keine klassischen Betriebswirte. Gesucht und gefördert werden vielmehr Menschen, die wirtschaft liche Zusammenhänge verstehen, digitale Werkzeuge anwenden und technische Lösungen in betriebliche Abläufe übersetzen können.
Gerade für Unternehmen ist das hoch relevant. Denn viele Digitalisierungsfragen scheitern nicht an der Technik selbst, sondern daran, dass jemand fehlt, der Prozesse, Anforderungen und Umsetzung zusammenbringt. Genau hier setzt der Studiengang an. Hans Rebhan, Vorsitzender der LCC-Stiftung, sieht darin einen echten Mehrwert für die Region: „Wir wollten mit dem Studiengang die Bedarfe der Region und der mittelständischen Unternehmen abdecken. Das ist ein Volltreff er geworden.“
Die Studierenden lernen, wie man Probleme aus Unternehmen analysiert, Lösungsansätze entwickelt und diese nicht nur theoretisch beschreibt, sondern praktisch denkt – ob in Form von Konzepten, digitalen Anwendungen, Prototypen oder neuen Prozessideen. Gleichzeitig lernen sie, sich im Team zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen und mit unterschiedlichen Perspektiven umzugehen – Fähigkeiten, die gerade in Unternehmen oft genauso wichtig sind wie fachliches Wissen.
EINE CHANCE FÜR UNTERNEHMEN IN DER REGION
Für Unternehmen aus der Region liegt darin ein oft noch unterschätztes Potenzial. Denn Wirtschaftsinformatik 2.0 ist nicht nur ein modernes Studienangebot, sondern auch eine direkte Verbindung zwischen Hochschule und betrieblicher Praxis.

Zusammenarbeit kann dabei auf ganz unterschiedliche Weise entstehen – etwa über reale Aufgabenstellungen, Werkstudierendentätigkeiten oder gemeinsame Projekte. Für Studierende bedeutet das frühe Praxiserfahrung und wertvolle Kontakte. Unternehmen gewinnen im Gegenzug motivierte Nachwuchskräfte, frische Perspektiven und Unterstützung bei Themen, die im Alltag häufig liegen bleiben.
Dass das funktioniert, zeigen Beispiele aus der Praxis. Jannis arbeitet als Werkstudent bei IBC SOLAR, einem Komplettanbieter für Photovoltaiklösungen in Bad Staffelstein. Dort unterstützt er unter anderem bei digitalen und vertriebsnahen Fragestellungen. Sein Vorgesetzter Robert Lademann beschreibt das sehr deutlich: „Wir haben ursprünglich jemanden für operative Aufgaben gesucht – inzwischen ist Jannis für uns ein echtes Universal-Werkzeug geworden und passt super ins Team.“
Anna ist bei der Firma Scholz in Kronach, einem Anbieter für Hightech Kunststofflösungen tätig und bringt sich dort in Software-Projekte ein, für die im betrieblichen IT-Alltag oft zu wenig Zeit bleibt. Auch dort ist die Erfahrung eindeutig positiv. Robin Peter sagt: „Hinter dem Studiengang steckt wirklich etwas. Außerdem kommen junge Menschen, junge Sichtweisen und modernes Wissen in unser Unternehmen. Davon profitieren beide Seiten.“
Für Anna selbst liegt genau darin ein großer Reiz: „Das erste Programmiermodul fand ich am Anfang noch herausfordernd – heute arbeite ich täglich damit und es macht mir richtig Spaß.“ Auch Jannis schätzt vor allem die Vielseitigkeit: „Wir bekommen hier eine breite Sicht auf IT, Wirtschaft und Prozesse – und lernen, uns schnell in Unternehmen und ihre Themen reinzudenken.“
STUDIUM ALS REGIONALER ZUKUNFTSFAKTOR
In diesem noch jungen Studiengang sind inzwischen 86 Studierende eingeschrieben, allein im vergangenen Semester starteten 15 neue Erstsemester. Damit wächst in der Region ein Pool an jungen Menschen heran, die wirtschaftlich denken, technologieoff en arbeiten und Lust auf Praxis haben. Für Unternehmen kann das eine große Chance sein – nicht erst bei der späteren Fachkräftesuche, sondern schon heute. Denn Fachkräftesicherung beginnt nicht erst nach dem Abschluss. Sie beginnt dort, wo Studierende früh Verantwortung übernehmen, Unternehmen kennenlernen und erleben, dass spannende berufliche Perspektiven auch direkt vor der eigenen Haustür liegen können.
Für Prof. Dr. Zagel ist genau das ein zentraler Gedanke: „Am meisten lernen Studierende dort, wo sie Verantwortung übernehmen und an echten Fragestellungen arbeiten dürfen.“ Wirtschaftsinformatik 2.0 in Kronach ist deshalb mehr als nur ein Studiengang. Es ist ein Modell dafür, wie Hochschule, Wirtschaft und Region enger zusammenarbeiten können.


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