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Die Fernwasserversorgung Oberfranken liefert sauberes Trinkwasser. Immer öfter wird die FWO auch beim Betrieb der Wassernetze um Hilfe gefragt. Meist geht es da um eine Zusammenarbeit Hand in Hand, um die sichere Versorgung zu gewährleisten – wie in Hallstadt.
Wasser ist Leben. Beim Neugeborenen sind drei Viertel des Körpergewichts Wasser, im hohen Alter ist es immer noch die Hälfte. Rund 130 Liter verbraucht jeder Mensch in der Region pro Tag. Bei Hitzewellen wie im vergangenen Sommer ist der Verbrauch doppelt so hoch wie beispielsweise im November: Mehr Erfrischung, öfter duschen, Geranien gießen. Wasserhahn auf und los. 1000 Liter Trinkwasser gibt es in Oberfranken zwischen zwei und vier Euro. „Das gibt es in keinem Supermarkt“, sagt Thomas Fischer-Feick, Wassermeister bei der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). Trinkwasser kommt bei ihm und seiner Familie aus dem Wasserhahn. „Die sichere Versorgung mit Trinkwasser, das ist mein viertes Kind“, lacht er.

Zusammen mit Christian Seelmann von der Wasserversorgung Hallstadt dreht er einen Hydranten auf. Es schäumt und sprudelt auf der Mainwiese. Genügt das Wasser, wenn die Feuerwehr Brände löscht? Ist genügend Bewegung im Netz, um Keimen vorzubeugen? Wenn ihr Tag beginnt, schauen sie als erstes auf den Wasserverbrauch der Nacht: „Zwischen ein und drei Uhr nachts ist der Verbrauch am niedrigsten“, wissen sie. Umgekehrt heißt das: Ist der Verbrauch zu dieser Zeit höher, könnte es ein Problem im Netz geben. Regelmäßig nehmen die beiden Wasserproben oder prüfen Wasserschieber und Hydranten, tauschen Wasserzähler aus und finden Lösungen, wenn ein Rohr bricht.
„Das passiert meist nicht an einem Werktag zwischen 8 und 16 Uhr, eher an Weihnachten, Ostern oder in der Nacht“, erzählt Seelmann. Dann rückt er mit seinen Kollegen aus. „Diese Sicherheit rund um die Uhr anzubieten ist gemeinsam leichter als alleine“, sagt Fischer-Feick von der FWO. Schnell organisiert er Unterstützung aus halb Oberfranken. Der Zweckverband aus Städten und Kreisen hilft genau dort: wenn die einzelne Kommune mit der Wasserversorgung alleine wäre. Sie liefert dort Trinkwasser, wo die eigenen Brunnen zu schwach werden. „Beim Klimawandel sind auch die Quellen und Brunnen unter besonderem Stress“, weiß Fischer-Feick. Genau in der Zeit im Sommer, wenn besonders viel Wasser gebraucht wird, schütten sie besonders wenig. Dann können Gemeinden auf die sichere Lieferung von Trinkwasser von der FWO setzen.

Im Rohrkeller jedes Hochbehälters werden ankommende und abgehende Leitungen gesteuert.
Thomas Fischer-Feick kommt gerade aus Weißenbrunn. Unter der Bundesstraße leckt ein Hausanschluss. Sein FWO-Team ist vor Ort. Zu den 75 Kunden, die Wasser beziehen, sind inzwischen 25 Kommunen gekommen, die Serviceleistungen für ihr Wassernetz von der FWO buchen. Weißenbrunn beispielsweise versorgt sich mit eigenen Brunnen, das Netz betreut die FWO zusammen mit dem gemeindeeigenen Personal. Wie bei der Wasserlieferung auch geht es darum, die Kommunen zu stärken und zu unterstützen. Manche brauchen zusätzliche Ingenieursleistungen, andere die Unterstützung durch die 24-Stunden-Bereitschaft, wieder andere lassen ihr gesamtes Netz von der FWO managen. In Hallstadt kommt alles Wasser von der FWO, beim Betrieb des Netzes arbeiten die städtischen Mitarbeiter Hand in Hand mit Wassermeister Fischer-Feick.
Als Zweckverband gehört die FWO den Städten und Kreisen. „Das ist regionale Selbsthilfe. Wir sind öffentlich-rechtlich und können so günstig den Kommunen zur Seite stehen. Für den Zweckverband ist die schwarze Null im Jahresabschluss das Ziel“, so Verbandsdirektor Markus Rauh. Dort, wo Unterstützung gebraucht wird, kann die FWO diese geben. Gerade sind mehrere Paletten mit digitalen Wasserzählern in Hallstadt angekommen. Sie sind eine Sammelbestellung der FWO. „Wir bündeln den Bedarf und können so günstiger einkaufen als ein Einzelner“, sagt Fischer-Feick. Das kommt den Kommunen und damit jedem einzelnen Wasserverbraucher zugute.

Die digitalen Wasserzähler hat die FWO gebündelt für viele Kunden gekauft.
Wenn die Wassermeister Seelmann und Fischer-Feick sich mit ihren Kollegen austauschen, geht es auch ums Klima. „Wir messen die Wassertemperatur. Wenn sich die Böden durch Hitzewellen erwärmen, wird auch das Trinkwasser in den Leitungen wärmer. Schwach genutzte Netze oder Netzteile müssen wir dann öfter spülen, um einer Verkeimung vorzubeugen“, sagt Fischer-Feick. Seelmann ist mit großer Leidenschaft in den Schulen oder zeigt Klassen, wie die Wasserversorgung funktioniert. „Wer von klein auf weiß, was für sauberes Trinkwasser alles notwendig ist, geht anders damit um“, beobachtet er. Der Wasserkreislauf ist dafür in einem Modell nachgebaut oder Schieber zur Hälfte aufgeschnitten, um ins Innere zu blicken.
Die Vielseitigkeit ihres Berufes ist beiden wichtig. Seelmann hat Heizungsbauer gelernt und sich weitergebildet zur Fachkraft, zum Wassermeister und zum Netzmeister: „Wir erleben immer etwas Neues, es ist mega abwechslungsreich und macht Spaß.“ Umwelttechnologe/-in Wasser heißt ihr Ausbildungsberuf heute. „Es werden immer mehr Frauen in dem einstigen Männerberuf“, beobachtet Seelmann. Für den Beruf, den er selbst über Umwege erreichte, macht er leidenschaftlich Werbung, denn: Wasser ist Leben.
FWO Fernwasserversorgung Oberfranken
Ruppen 30
96317 Kronach
Telefon: 0 92 61 / 507-0
E-Mail: office@fwokronach.de

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