Damit Daten zueinander finden

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Best Practice – wie im Digitalen Gründerzentrum von Zukunft.Coburg.Digital innovative KI-Lösungen junger Start-ups entstehen. Eine Reihe präsentiert von der Dacor

Dieses Mal: Datoriq

Produktdaten, Preise, Bestände – im E-Commerce müssen unzählige Informationen gleichzeitig an vielen Orten verfügbar sein. Doch oft geschieht genau das nicht: Daten werden mehrfach gepflegt, Änderungen kommen verspätet an und kleine Fehler können schnell zu großen Problemen werden. Das Startup datoriq will genau hier ansetzen – und den Datenaustausch im Onlinehandel neu organisieren.

Im E-Commerce entscheidet nicht nur das Produkt über den Erfolg, sondern auch die Geschwindigkeit der Information. Ein Händler ändert einen Preis, aktualisiert den Lagerbestand oder ergänzt eine Produktbeschreibung – und plötzlich müssen diese Daten gleichzeitig im Webshop, im Warenwirtschaftssystem, auf Marktplätzen und bei Partnern auftauchen. In der Praxis geschieht das oft mit erstaunlich viel Handarbeit. Daten werden mehrfach gepflegt, in unterschiedliche Formate übertragen und von System zu System weitergereicht. Bis Änderungen überall sichtbar sind, können Minuten oder sogar Stunden vergehen – ein Problem, das Fehler, Reklamationen und letztlich Wettbewerbsnachteile nach sich zieht.

Genau aus dieser Erfahrung heraus entstand die Idee für das Startup datoriq. „Wir beschreiben uns eigentlich immer so als Revolution im Datenaustausch für den E-Commerce“, sagt Gründer und CEO Achim Stark. Die Grundidee ist einfach: Statt vieler isolierter Systeme gibt es eine zentrale Plattform, über die alle Daten laufen. „Wir verbinden unterschiedliche Plattformen – also ERP-Systeme, Händler, Lieferanten, Marktplätze oder Webshops – zu einem System, damit die tägliche Arbeit leichter erledigt werden kann.“ Hersteller und Lieferanten liefern Produktinformationen, die im System standardisiert aufbereitet werden. Von dort aus lassen sie sich automatisch an Webshops, Plattformen oder Marktplätze ausspielen.

Der Vorteil: Informationen müssen nur einmal eingepflegt werden und stehen dann überall zur Verfügung. Änderungen sind in Echtzeit sichtbar, Fehler werden durch Automatisierung reduziert – und dabei erfolgt der Umgang mit Kundendaten konsequent DSGVO-konform, mit sicherem Hosting in Deutschland. Vor allem aber soll die Software leicht bedienbar sein. „Unser Fokus ist, dass der normale Kaufmann das selbst bedienen kann, ohne dass er dafür noch einen zusätzlichen IT-Experten braucht“, erklärt Stark.

Gegründet wurde das Unternehmen im Juli 2025, inzwischen arbeiten sieben Mitarbeitende an der Plattform. Derzeit befindet sich datoriq in der Pilotkundenphase. „Wir suchen aktive Pilotkunden, die mit uns zusammen das System weiterentwickeln“, sagt Stark. Technisch sei das Fundament bereits gelegt: „Wir haben ein sehr starkes Backend, müssen jetzt aber das Frontend so gestalten, dass es wirklich intuitiv ist.“

Der nächste Meilenstein ist bereits gesetzt. Wenn alles nach Plan läuft , soll die Software Ende Juni offiziell auf den Markt kommen. Das Ziel ist klar: „Wir wollen dem Kunden eine intuitive Software zur Verfügung stellen, damit er dieses komplexe Themenfeld selbstständig erledigen kann“, sagt Stark. Oder anders formuliert: Händler sollen wachsen können, ohne im Datenchaos zu versinken. Ein wichtiger Teil dieser Entwicklung spielt sich in der Digitalen Manufaktur in Coburg ab – dem Umfeld, in dem das junge Unternehmen arbeitet. Für Stark ist das mehr als nur ein Büro: „Die Digitale Manufaktur bietet uns eine sehr gute Infrastruktur – gute Räume, Besprechungsmöglichkeiten und auch den Zugang zu spezialisierten Beratern.“ Für ein Startup sei das ein entscheidender Vorteil, nicht zuletzt finanziell.

Hinzu kommt ein lebendiges Netzwerk aus Veranstaltungen, Workshops und Begegnungen. „Bei diesen Gesprächen ergeben sich immer wieder wirklich gute Synergien“, sagt Stark. Genau darauf setzt auch Zukunft Coburg Digital, das die Digitale Manufaktur betreibt. Deren Standortmanager Julian Schreiner beschreibt die Idee so: „Durch unser großes Netzwerk und die Workshopräume bringen wir junge Gründer mit etablierten Unternehmen zusammen, so dass beide Seiten voneinander profitieren.“ Solche Kontakte könnten entscheidende Impulse geben – und manchmal sogar neue Unternehmen hervorbringen. So wie datoriq. Ein Startup, das an einem scheinbar technischen Problem arbeitet – und dabei eine der zentralen Fragen des digitalen Handels neu ordnen will: Wie Daten schneller, einfacher und zuverlässiger ihren Weg finden.