
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.
Dieses Mal: Martin Hofmann. Gründer und Inhaber der Gastronomiebetriebe Hanskaschber in Coburg, Schweinfurt und Bayreuth, Stadtstrand in Bayreuth, Der Spießer und der Josiasgarten in Coburg, das Best Western Blankenburg Hotel in Coburg und ab Frühjahr des neuen Restaurants Pepito am Oberen Bürglaß in Coburg. Außerdem engagiert er sich im Vorstand bei zentrum Coburg.
COBURGER: Sind Sie ein Macher?
Martin Hofmann: Das Lustige ist, ich sehe mich selbst immer als kleiner Popel-Gastronom von nebenan mit einem kleinen Lädchen. Erst wenn ich in Terminen mit Steuerberater, Bank und anderen sitze und mir gespiegelt wird, dass dahinter inzwischen ein solides großes mittelständisches Unternehmen mit über 150 Angestellten steht, wird mir das manchmal bewusst. Ich glaube aber, ein „Macher“ ist man weniger durch die Größe, sondern durch den inneren Antrieb. Ich habe permanent Ideen im Kopf, manchmal wahrscheinlich zu viele. Aber genau das treibt mich an. Wo andere abbremsen, aus Vorsicht, Angst oder Respekt, werde ich eher neugierig. Ich denke mir dann: „Warum eigentlich nicht?“ Und genau in diesen Momenten entstehen oft die spannendsten Dinge.
COBURGER: Warum sind Sie ein Macher?
Martin Hofmann: Ich liebe es einfach, etwas entstehen zu lassen. Vom ersten Gedanken bis zu dem Moment, in dem etwas wirklich funktioniert – das ist für mich der spannendste Weg überhaupt. Ein Konzept zu entwickeln, daran zu feilen, es umzusetzen und dann zu sehen, wie es wächst und Menschen begeistert, das gibt mir unglaublich viel. „Geht nicht, gibt’s nicht“ ist für mich kein Spruch, sondern tatsächlich ein innerer Antrieb. Natürlich klappt nicht alles sofort, manchmal auch gar nicht – aber genau das gehört dazu. Ich glaube, wenn man bereit ist, dranzubleiben und Dinge wirklich durchzuziehen, kann man seine Ziele erreichen. Vielleicht nicht immer exakt so, wie man sie sich ursprünglich vorgestellt hat – aber manchmal sogar besser.
COBURGER: Was macht das „Machen“ für Sie aus?
Martin Hofmann: Witzig, ich bekomme tatsächlich Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke. Für mich bedeutet „machen“ vor allem, dieses ständige innerliche Gefühl zu haben, etwas erschaffen zu wollen. Es ist die Mischung aus Ehrgeiz, Neugier und auch ein bisschen Hartnäckigkeit. Ich habe Spaß an Dingen, die herausfordernd sind – vielleicht sogar gerade deshalb. Mein Alltag ist alles andere als klassisch: wenig Ruhetage, viele Stunden, oft zwischen 60 und 70 pro Woche. Das klingt für viele anstrengend – und ist es objektiv wahrscheinlich auch. Aber wenn man das, was man tut, wirklich gerne macht, fühlt es sich nicht wie Belastung an. Dann ist es eher wie ein sehr intensives Hobby. Und genau das ist es für mich: aufstehen, weitermachen, nicht aufgeben – und dabei auch noch Freude haben.
COBURGER: Wie hat das Machen bei Ihnen angefangen?
Martin Hofmann: Eigentlich schon ziemlich früh. Hauptberuflich bin ich seit 17 Jahren selbstständig mit Mitarbeitenden, aber angefangen hat das Ganze viel früher. Schon während der Lehre und parallel zum Abi habe ich nebenbei an meinem eigenen Unternehmertun gearbeitet – wobei „nebenbei“ fast gelogen ist. Zu den normalen 40 Stunden kamen damals nochmal 30 bis 40 Stunden für die eigene Selbstständigkeit dazu. Rückblickend war das wahrscheinlich schon der erste echte Beweis dafür, dass ich das nicht nur mache, sondern wirklich lebe. Es war nie ein Muss, sondern immer ein Wollen. Und genau deshalb funktioniert es auch bis heute. Ohne diese Begeisterung würde man so ein Pensum auf Dauer gar nicht durchhalten.
COBURGER: Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?
Martin Hofmann: Für mich ganz klar: ja. Ich bin ein waschechter Coburger und will es auch bleiben. Ich bin hier geboren, hier aufgewachsen und mittlerweile seit fast 40 Jahren tief mit Coburg verbunden. Ich mag diese Stadt einfach so sehr – sie hat einen ganz besonderen Charme, den man in Deutschland nur selten so sieht. Sie hat wunderschöne Häuser, extrem viel geboten, viel Kultur. Nicht zu groß, nicht zu klein. Es gibt Leben, Möglichkeiten, Entwicklung – aber eben auch noch Raum, Dinge selbst zu gestalten. In einer Großstadt sind Trends oft schon da, bevor man sie greifen kann. In Coburg hat man noch die Chance, Ideen und Trends wirklich selbst umzusetzen und mitzugestalten. Gleichzeitig ist es auch kein Dorf, in dem nichts passiert. Diese Mischung macht es für mich perfekt. Und ich beteilige mich gerne daran, diese Stadt ein Stück mitzuprägen.
Die Fragen stellte Wolfram Hegen.


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