
ER WILL FEUERWEHRMANN WERDEN
Nach der vorzeitigen Trennung vom bisherigen Intendanten Neil Barry Moss richtet sich der Blick am Landestheater Coburg wieder nach vorne. Oberbürgermeister Dominik Sauerteig stellte mit Dr. Ulrich Peters einen erfahrenen Theatermann vor, der das Haus bis 2028 als Interimsintendant führen soll. Der 70-Jährige war seit 1999 Intendant an mehreren renommierten Bühnen in Deutschland und hat mehr als 100 Inszenierungen verantwortet. Peters, der bereits ähnliche Aufgaben in Karlsruhe übernommen hatte, freut sich im iTVCoburg-Interview auf die neue Herausforderung: Coburg sei eine „tolle Stadt“ mit einem „theaterbegeisterten Publikum“. Gerade das habe ihn überzeugt. „Bei vielen anderen Städten hätte ich abgewunken, aber ich kannte Coburg“, sagt Peters. Hier müsse man nicht bei null anfangen, sondern das Publikum „wieder mitnehmen, einfangen und ihm Spaß machen“. Zugleich verhehlt der neue Interimsintendant nicht, dass es am Haus einiges zu tun gibt. Er kritisiert einen unvollständigen Spielplan, insbesondere im Musiktheater, und verweist auf wichtige unbesetzte Schlüsselpositionen. Nun gehe es darum, personelle Kontinuität zu schaffen und das Theater langfristig aufzustellen.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem 200-jährigen Jubiläum des Landestheaters im kommenden Jahr. Peters möchte die Epoche der Romantik stärker in den Mittelpunkt rücken. Daneben kündigt er Ballettprojekte, Veranstaltungen zur Theatergeschichte und sogar ungewöhnliche Formate an. Als bekennender Heavy-Metal-Fan kann er sich zum Jubiläum auch einen Auftritt einer Symphonic-Metal-Band vorstellen.
Sein Ziel formuliert Peters schlicht: Die Coburger sollen sich auf ein „offenes, lebensfrohes Theater“ freuen können. Der neue Spielplan soll bereits am 17. Juni vorgestellt werden.
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SIE KÖNNEN ALLES SCHAFFEN
Im Globe Coburg war an diesem Abend spürbar, dass Zeugnisse mehr sein können als bedrucktes Papier. Für 195 junge Frauen und Männer markierten sie den Abschluss ihrer Ausbildung – und zugleich den Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Die Industrie- und Handelskammer zu Coburg verabschiedete die Absolventinnen und Absolventen der Winterprüfung 2025 im festlichen Rahmen. 14 von ihnen erreichten dabei die Bestnote „sehr gut“. Neben den erfolgreichen Nachwuchskräften standen auch Ausbildungsbetriebe, Berufsschulen, Prüferinnen und Prüfer sowie Familien und Freunde im Mittelpunkt der Feier. IHK-Präsident Andreas Engel würdigte die Leistungen der Absolventen und betonte die besondere Bedeutung der dualen Ausbildung. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen und Probleme lösen können. „Gerade dann brauchen Unternehmen Menschen, die nicht nur über Probleme sprechen, sondern Lösungen finden“, sagte Engel. Die duale Ausbildung sei dabei keineswegs eine Alternative zweiter Wahl, sondern ein Fundament für vielfältige Karrieren. Sie verbinde Theorie und Praxis und eröffne Wege zur Fach- und Führungskraft ebenso wie in die Selbstständigkeit. Für die 195 Absolventinnen
und Absolventen beginnt nun genau dieser Weg.
WIR ALLE WOLLEN KLÜGER SEIN
Normalerweise verbinden viele Menschen Forschung mit Laboren, Formeln und Fachbegriffen. An diesem Abend in Coburg jedoch hatte Wissenschaft etwas von einem Jahrmarkt der Neugier. Es wurde experimentiert, gelacht, gefragt und gestaunt. Die erste Lange Nacht der Wissenschaft en im Mai an der Hochschule Coburg verwandelte Hörsäle, Werkstätten und Labore in Orte lebendiger Entdeckungen – und zog Tausende Besucherinnen und Besucher an. Mit mehr als 130 Angeboten an drei Standorten öffnete die Hochschule ihre Türen weit für die Öffentlichkeit. Das Ziel formulierte Hochschulpräsident Professor Stefan Gast klar: Wissenschaft solle greifbar, zum Anfassen und sogar spielerisch erlebbar werden. Ein Anspruch, der an diesem Abend eindrucksvoll eingelöst wurde. Wie spielerisch Wissenschaft sein kann, zeigte sich etwa beim Human Kicker. Was zunächst wie überdimensionaler Freizeitspaß wirkte, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Anschauungsunterricht für soziale Prozesse. Kooperation, Kommunikation und Teamgefühl standen im Mittelpunkt. Auch in den Laboren herrschte reger Betrieb. Gäste erhielten Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um künstliche Intelligenz, Sensortechnik und Mikrofluidik. Zukunftstechnologien wurden verständlich erklärt und konnten teilweise sogar selbst ausprobiert werden. Besonders viel Atmosphäre bot das Schlachthofareal. Im Creapolis Makerspace wurde gebaut, getüftelt und experimentiert.
Die Veranstaltung war dabei weit mehr als ein Schaufenster für Forschung. Sie war eine Einladung zum Mitmachen und ein Bekenntnis zur Zukunft . Die Hochschule wolle zeigen, so Gast, „was wir alles hier können“ und junge Menschen für ein Studium in Coburg begeistern. Die erste Lange Nacht der Wissenschaften hat eindrucksvoll bewiesen: Zukunft entsteht nicht nur in Metropolen oder Forschungseinrichtungen hinter verschlossenen Türen. Manchmal entsteht sie dort, wo Menschen neugierig genug sind, Fragen zu stellen – mitten in Coburg.
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VIELE WERDEN HIER WOHNEN WOLLEN
Früher saßen hier Menschen an Schreibtischen, Anfang Juni belebten die Coburger Designtage das Gelände, ab sofort entsteht in der Heiligkreuzstraße ein Stück Zukunft: Die Wohnbau Stadt Coburg plant hier ein ambitioniertes Wohnprojekt für junge Menschen – ein Ort zwischen Ankommen, Ausprobieren und Bleiben.
Das Konzept stammt aus einem Architektenwettbewerb, den das Berliner Büro CKRS für sich entscheiden konnte. Ziel ist es, mehr junge Leute in der Innenstadt zu halten. Geschäftsführer Christian Meyer sagt: „Viele junge Coburger verlassen die Stadt mit 18, 19 Jahren, weil es hier kein Angebot oder wenig Angebot gibt. Und dem wollen wir entgegensteuern.“
Geplant ist ein Mix aus Rückzug und Gemeinschaft: rund 65 Wohnplätze – vom Einzelapartment bis zur Wohngruppe – ergänzt durch großzügige Gemeinschaftsflächen. Technischer Leiter Ullrich Pfuhlmann beschreibt den Gedanken dahinter als „erste Berührung mit der eigenen Wohnung“, die durch Gemeinschaft leichter werde.
Im Erdgeschoss entsteht zudem eine Kindertagesstätte – ein bewusst offenes Konzept für ein lebendiges Quartier. Die Idee: Wohnen, Lernen und Zusammenleben sollen ineinandergreifen und jungen Menschen den Start in die Selbstständigkeit erleichtern. Schon bald beginnen die Umbauarbeiten, die rund zwei Jahre dauern sollen. Ein zweiter Standort im Steinweg ist bereits in Planung.
ALLE WOLLEN IHN HABEN
Dialekt, Sprachwitz und gallisch-oberfränkischer Humor: Mit „Eds Schebberds“ veröffentlicht Stefan Eichner bereits den vierten oberfränkischen Asterix-Band.
Das heißt, es geht ordentlich zur Sache, oder Stefan?
Das kann man wohl sagen! Ich hatte diesen Band schon länger in der engeren Auswahl, weil die Story sehr rasant ist und eine sehr hohe Gagdichte hat. Für mich als Komiker ist das natürlich ideal und ich denke, ich habe das Potenzial, das „Der Kampf der Häuptlinge“ bietet, optimal ausgenutzt.
Wie gehst Du an einen neuen Band immer ran? Woher kommen die Geschichten? Und wie kommen die Comics zum Text oder der Text zu den Comics?
Mein Konzept ist, dass ich keins habe. Ich suche mir aus den bestehenden Asterix-Bänden einfach einen aus, der mir besonders gut gefällt. Mit diesem vergrabe ich mich dann in meinem Schreib-Zimmer, tauche Seite für Seite in die Geschichte ein und fülle die Sprechblasen mit meinen spontanen Einfällen. Ich lasse mich da einfach treiben und grüble relativ wenig darüber nach.
Die Gallier waren ja das kleine unbeugsame Volk – passt das deswegen so gut nach Oberfranken?
Ich denke schon, dass es da einige Parallelen gibt. Die Gallier wie auch die Franken sind stellenweise sympathisch kauzig und haben an manchen Stellen denselben derben Humor. Von daher passt das wie die gallische Faust aufs römische Auge!
Jetzt also schon das vierte Mal Asterix auf Oberfränkisch. Die anderen Bände waren Riesenerfolge. Hast Du das am Anfang vor ein paar Jahren erwartet?
Natürlich hofft man, dass das, was man fabriziert, den Leuten Spaß und Freude macht. Dass die oberfränkischen Asterix-Bände aber so ein Verkaufsschlager werden, kann man zwar hoffen, aber natürlich nicht planen. Ich freue mich riesig darüber und sehe das als Ansporn, auch mit dem vierten Band an diesen Erfolg anzuknüpfen.
Den neuen Band gibt es im gut sortierten Buchhandel und auf www.das-eich.de.
ER WILL AM LIEBSTEN HIER LEBEN
Manche Künstler kommen in eine Stadt. Andere bleiben. Nicht auf Plakaten oder in Veranstaltungsarchiven, sondern in den Erinnerungen der Menschen. Franz Benton gehört zu dieser seltenen zweiten Kategorie.
Wer in den 1990er Jahren im Schwarzen Bären in Coburg-Beiersdorf dabei war, erinnert sich an Abende voller Musik, Nähe und einer Atmosphäre, die sich kaum planen lässt. Sie entsteht nur dann, wenn zwischen Bühne und Publikum etwas Besonderes geschieht.
Bis heute besitzt Benton in Coburg und der gesamten Region eine treue Fangemeinde. Kein Wunder. Denn auch für den Sänger selbst gehört diese Zeit zu den prägendsten Kapiteln seiner langen Karriere. „Der Schwarze Bär und Coburg sind die schönsten Erinnerungen in meiner Karriere“, sagt er rückblickend. Und man glaubt ihm jedes Wort. „Das ist einfach unschlagbar, was da damals entstanden ist und auch über 30 Jahre fast geblieben ist.“
Nun kehrt er zurück – und der Anlass könnte passender kaum sein. Am 3. und 4. Juli steht Franz Benton bei den diesjährigen „Liedern auf Banz“ auf der Bühne. Für ihn ist dieser Auftritt weit mehr als nur ein weiterer Termin im Kalender. „Jetzt ist die Vorfreude riesig, wieder hier in meiner sozusagen Heimat zu sein“, sagt er.
Schließlich feiert der Musiker in diesem Jahr ein bemerkenswertes Jubiläum: „Es ist mein 40-jähriges Jubiläum.“ Tourneen spiele er längst nicht mehr. „Aber 40 Jahre möchte man doch gerne irgendwo gewürdigt sehen. Es fehlte so ein Highlight. Und als ich das dann angeboten bekommen habe, habe ich gesagt: Ja, was Schöneres gibt es nicht.“
Tatsächlich verspricht das traditionsreiche Festival vor der beeindruckenden Kulisse des Klosters Banz auch in diesem Jahr besondere musikalische Begegnungen. Durch die Abende führt Kabarettist Hannes Ringlstetter, der selbst musikalisch im Programm vertreten sein wird. Mit Gregor Meyle steht ein Künstler auf der Bühne, der seit Jahren mit seiner warmen Stimme und seinen authentischen Liedern ein großes Publikum berührt. Bodo Wartke begeistert mit feinsinnigem Sprachwitz, klugen Texten und virtuosem Klavierspiel. Dazu kommen zahlreiche weitere Musikerinnen und Musiker, die den besonderen Geist der Veranstaltung ausmachen.
WIR WERDEN VIEL LACHEN
Und als wäre das musikalische Wochenende nicht schon reich genug gefüllt, folgt am 5. Juli auf der Klosterwiese in Bad Staffelstein mit „Lachen auf Banz“ traditionell der humorvolle Schlusspunkt.
Ab 18 Uhr übernimmt Michl Müller die Moderation eines hochkarätig besetzten Kabarettabends. Mit dabei sind Heißmann & Rassau, Luise Kinseher, Mirja Regensburg, Oti Schmelzer, Sara Brandhuber und Wolfgang Krebs. Ein Programm, das pointierte Beobachtungen, unterschiedliche Humorstile und jede Menge Bühnenenergie verspricht.
Wer dabei sein möchte bei den Liedern oder bei Lachen auf Banz, sollte nicht allzu lange warten: Noch sind Karten erhältlich – an allen bekannten Vorverkaufsstellen, telefonisch unter 0951/23837 sowie online unter www.kartenkiosk-bamberg.de.
Hier geht’s zum Film von iTVCoburg: das-magazin.de/LiederundLachenaufBanz
SIE WERDEN STAUNEN
Manchmal genügt ein einziges Jahr, um die Landkarte der Geschichte neu zu zeichnen. 1826 war so ein Jahr – und 200 Jahre später lässt sich diese Weichenstellung hoch über Coburg noch einmal ganz unmittelbar erleben.
Auf der Veste Coburg widmet sich eine große Ausstellung dem Doppelherzogtum Sachsen-Coburg und Gotha, das damals entstand: „Coburg | Gotha | 1826 – Ein Herzog. Zwei Residenzen.“ läuft noch bis zum 20. September 2026 und erzählt von Macht, Politik und einem erstaunlich modernen Netzwerk europäischer Verbindungen.
Im Zentrum steht Herzog Ernst I., oft im Schatten seiner berühmten Verwandten stehend – etwa Queen Victoria oder Prinz Albert. Dabei war er es, der die Grundlagen für diesen dynastischen Aufstieg legte. Mit diplomatischem Geschick und kluger Heiratspolitik formte er ein kleines Herzogtum, das später europäische Geschichte mitprägte.
1826 entstand mit Sachsen-Coburg und Gotha ein ungewöhnliches Staatsgebilde: zwei Residenzen, rund 40 Kilometer voneinander entfernt, verbunden durch Verwaltung, Infrastruktur – und den Willen zur Einheit in der Vielfalt. Ernst I. hielt beide Zentren bewusst aufrecht und ließ sie durch Schlösser, Parks, Theater und sogar eine direkte Straßenverbindung miteinander verknüpfen.
Die Ausstellung zeigt ihn nun als das, was er ebenso war: Regent, Bauherr und Kunstmäzen. Mehr als 200 Exponate – viele davon erstmals in Coburg zu sehen – zeichnen das Bild eines Herrschers zwischen Aufbruch und Kontrolle. Politisch bewegte er sich zwischen den Nachwirkungen der Französischen Revolution und einer Zeit des Umbruchs: einerseits misstrauisch gegenüber bürgerlicher Mitbestimmung, andererseits überraschend progressiv mit der Coburger Verfassung von 1821.
Unterstützt von hochkarätigen Leihgaben aus Gotha, Coburg und privaten Sammlungen wird Geschichte hier nicht nur erzählt, sondern sichtbar gemacht – als Panorama einer Epoche, die weit über die Region hinausstrahlte. Geöffnet ist die Ausstellung täglich von 10 bis 17 Uhr auf der Veste Coburg – noch bis zum 20. September 2026.


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