
Rekordumsätze, Rekordgewinne – es waren tolle Nachrichten von Coburgs größtem Arbeitgeber, der HUK-COBURG, als Vorstandssprecher Klaus-Jürgen Heitmann im März die Bilanz für 2024 vorstellte, traditionsgemäß im Hotel Bayerischer Hof in München. Diese Nachrichten aus der bayerischen Landeshauptstadt hörte man in Coburg gerne, immerhin füllt sich damit der Stadtsäckel weit mehr als erwartet, das Versicherungsunternehmen ist, das ist ein offenes Geheimnis, größter Gewerbesteuerzahler der Stadt.
Der Erfolg wiederum, das erzählte Heitmann im ausführlichen Interview auf iTVCoburg, ist dabei zum einen auf die eigene Leistung und die günstigen Tarife, aber dieses Mal im Besonderen auch auf glückliche Umstände zurückzuführen: 2025 war ein Jahr, das es gut meinte mit den Versicherern. Große Naturkatastrophen blieben weitgehend aus, Hagel- und Sturmschäden fielen geringer aus als kalkuliert – ein Umstand, der sich schnell in hohen Millionenbeträgen niederschlägt. Auch die Finanzmärkte spielten mit: steigende Zinsen, freundliche Aktienmärkte, wieder Erträge auf das angelegte Kapital. Der Erfolg hat eben viele Väter.
Das ausführliche Interview mit Klaus-Jürgen Heitmann hier: www.das-magazin.de/auf-rekordjagd/
ENDLICH FRÜHLING!
Wenn sich der Vorhang im Globe hebt, tritt das Grundrauschen der Debatten rund des Immer-Noch-Intendanten Moss für einen Moment wohltuend in den Hintergrund. Dem Ensemble gelingt es z.B. mit der Inszenierung von „My Fair Lady“ bravourös, das Publikum für zweieinhalb Stunden in die ebenso wunderbare wie facettenreiche Welt der Phonetik zu entführen. Mit einer modernen, fast schon vulgären Prise Jugendslang und einer ordentlichen Portion „Pfeffer im Arsch“ verleihen die Darstellerinnen und Darsteller dem Klassiker eine vitale Modernität.
Diese sorgt selbst bei den arrivierten Coburger Theatergängern für gute Laune – auch wenn die Tragweite mancher Gen-Z-Vokabeln wohl erst mit kurzer Verzögerung „gecheckt“ wird. Dass die Akustik des Globes die Gesangspartien bisweilen in ein eher diffuses Gewand hüllt, fordert das Publikum zwar heraus, passt jedoch auf fast schon ironische Weise zum Kernstück des Abends: dem mühsamen Ringen um die perfekte Artikulation. Es ist eine gelungene kulturelle Auszeit, die den Fokus zurück auf die künstlerische Qualität lenkt und die Hoffnung nährt, dass in Coburg bald sowohl personell als auch bei den Theater-Außenanlagen endlich der Frühling einzieht. Auf dass es bald wieder heißt: „Es grünt so grün, wenn Coburgs Theater blüht!“
DAS IST UNERHÖRT!
Musik verbindet – und zwar über Generationen, Kulturen und gesellschaftliche Schichten hinweg. Genau das durfte unser Filmteam im März hautnah erleben, als wir den Coburger Chor „Unerhört“ bei einer Probe
besuchten. Der Chor feiert nämlich in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Was einst als spontane Idee unter Eltern eines Kinderchores begann, hat sich unter dem programmatischen Namen „Unerhört“ längst zu einer klangvollen Institution entwickelt, die heute bis zu 70 begeisterte Sängerinnen und Sänger vereint. Mit einem breiten Repertoire aus Pop, Jazz und Weltmusik schloss der Chor eine kulturelle Lücke in der Vestestadt und reift e über die Jahre von einem neugierigen „bunten Haufen“ zu einem Ensemble mit beeindruckendem musikalischem Niveau. Doch es ist vor allem das Miteinander, das diesen Chor so einzigartig macht. „Unerhört“ ist ein lebendiges Abbild der Gesellschaft , in dem unterschiedlichste Berufe und Lebenswege im gemeinsamen Klang zu einer harmonischen Einheit verschmelzen.
Hier geht es um weit mehr als das bloße Treffen der richtigen Töne; es geht darum, als Gemeinschaft zu harmonieren. In einer oft hektischen Welt bietet der Chor eine wertvolle Auszeit vom Alltag
und schenkt Stabilität sowie eine heilende Kraft, die auch in schwierigen Lebenslagen trägt.
ALLE SEHEN ROT!
In der pickepackevollen Möhre in der Mohrenstraße feierte bei den Kommunalwahlen in Coburg der Wahlsieger, die Coburger SPD, ihren alten neuen Oberbürgermeister Dominik Sauerteig. Der bei insgesamt neun Kandidaten überraschende Durchmarsch Sauerteigs zur absoluten Mehrheit in der ersten Runde warf am Abend unter den SPD-Genossen vor allem eine Frage auf: Was tun mit der freien Zeit bis zur von vielen erwarteten Stichwahl zwei Wochen später? Noch in der Nacht sollte die Plakatierung beginnen, der Wahlkampf weitergehen, und nun? Wir gehen allerdings davon aus, dass sich dieses „Problem“ relativ leicht aus der Welt schaffen ließ. OB Sauerteig z.B. wollte erstmal etwas mehr Zeit mit seiner kleinen Familie verbringen, die in einem Wahlkampf sehr viel kürzer kommt.
Luftig war es am Wahlabend recht schnell bei der CSU im Goldenen Kreuz bei der Wahlparty nach einer dann doch deutlichen Klatsche für OB-Kandidaten Hans-Herbert Hartan. Nach Feiern war keinem zumute, die Stimmung war eher ziemlich angespannt, höflich formuliert, vor allem, nachdem auch noch Dauer-Hoffnungsträger Maximilian Forkel bei den Wählern durchgefallen war. Auch ein paar Meter weiter bei ProCoburg im Leise am Markt war man etwas ernüchtert, hatte man sich doch angesichts der prominent besetzten Liste mehr erhofft. Als Beleg für die Enttäuschung kann man wohl auch die Entscheidung von IHK-Präsident und Unternehmerchef Andreas Engel werten, trotz seiner Wahl nicht dem neuen Stadtrat angehören zu wollen: Eigentlich hatte er über 4500 Stimmen, die ihn gerne dort gesehen hätten.
Wer noch einmal mehr über den schon ein Weile zurückliegenden Wahlabend in Coburg sehen möchte: Hier geht’s zum TV-Bericht: www.das-magazin.de/sauerteig-bleibt-coburger-ob.
Und hier zum kurzen Interview mit dem alten neuen OB Dominik Sauerteig: www.das-magazin.de/der-alte-neue-ob-im-interview.
Ein Blick noch nach Neustadt: Wir von iTVCoburg hatten noch das Radio-EINS-Live Duell der beiden Stichwahlkandidaten Frank Rebhan und Dominik Heike wenige Tage vor der Entscheidung aufgezeichnet, hier der Link zum nochmal Nachschauen, es war nämlich das wohl letzte politische Rededuell, dem sich Langzeit-Rekord-OB Rebhan stellen musste: www.das-magazin.de/das-duell
Mittlerweile nämlich steht fest: Rekord-OB Frank Rebhan hat jetzt viel Zeit für Freizeit, wie er gleich am Tag nach der Wahl auf seinem Account gepostet hat.
AUFERSTANDEN AUS RUINEN!
Manchmal braucht es gar keine weite Reise, um Neues zu entdecken – ein Schritt vor die eigene Haustür genügt. Genau das verspricht ein besonderer Tag in der Coburger Innenstadt: Der Tag der Städtebauförderung. Eine Einladung, die Stadt nicht nur zu sehen, sondern sie zu hören, zu riechen, zu fühlen – kurz: mit allen Sinnen zu erleben. Zwischen dem Ernstplatz und dem Freiherr-von-Stockmar-Platz entfaltet sich eine Art begehbares Schaufenster urbaner Ideen. Was sonst oft hinter Bauzäunen und Planungsunterlagen verborgen bleibt, tritt hier ins Licht der Öffentlichkeit. Führungen öffnen Türen in die Vergangenheit und Gegenwart der Promenade, erzählen von Wandel und Visionen – und davon, wie sich eine Stadt immer wieder neu erfindet. Doch Theorie allein wäre nur die halbe Geschichte. Dieser Tag setzt auf das Prinzip Mitmachen statt Zuschauen.
Wer wissen möchte, wie sich Hitze in aufgeheizten Städten anfühlt, kann sich durch einen Hindernisparcours bewegen. Wer lieber gestaltet, greift zu Kreide oder LEGO und entwirft seine eigene kleine Stadtvision. Und wer die leisen Facetten urbaner Räume entdecken will, folgt Düften und Kräutern, die oft übersehen werden – obwohl sie das Stadtleben erst vollständig machen. Auch kulturell zeigt sich die
Innenstadt von ihrer lebendigen Seite. Worte treffen auf Klänge, wenn Lesungen und ein musikalisches Hörspiel die Plätze in kleine Bühnen verwandeln. Dazu wehen Gypsy-Swing-Rhythmen durch die Luft und verleihen dem Tag eine fast sommerliche Leichtigkeit. Ergänzt wird das Programm durch das Engagement lokaler Akteure, die zeigen, wie vielfältig städtisches Leben sein kann. Alles das am 2. Mai 2026, ab 14 Uhr in der Coburger Innenstadt.
Weitere Informationen und das vollständige Programm unter:
www.wohnbau-coburg.de/staedtebaufoerderung
MERKEL MUSS WEG!
Kommunalwahlen in der Region. Viele Städte, viele Gemeinden, viele Kandidaten, viel Hektik – da kann schon mal was schiefgehen. So machten liebe und geschätzte TV-Kollegen von uns keine geringere als die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel für ein paar Augenblicke zur Bürgermeisterin von Kronach. Optisch ist zwar eine gewisse Ähnlichkeit vorhanden, auch parteipolitisch ist man sich ja zumindest nahe, aber natürlich handelte es sich bei dem Bild um die bestehende Bürgermeisterin Angela Hofmann von der CSU, die sich in der Stichwahl durchgesetzt hat. Der kleine Lapsus wurde schnell korrigiert, Fehler passieren, aber ein kleiner Schmunzler war es allemal. Nix für ungut.
ES LEBE DER SPORT!
Es gibt Spiele, die dauern länger als neunzig Minuten. Sie setzen sich fest, irgendwo zwischen Herzschlag und Erinnerung – so wie jener Abend im Dortmunder Stadion, als der Hamburger SV mit 2:0 führte und am Ende doch verlor. Klaus-Jürgen Heitmann, Vorstandssprecher der HUK-COBURG und HSV-Anhänger, war mittendrin statt nur dabei. „Das tat weh“, sagt er lakonisch im iTVCoburg – Interview. Der Klassenerhalt? „Ganz wichtig“, sagt er, der gelitten hat in den vielen Jahren des Bundesliga-Dinos HSV in der zweiten Bundesliga. Während in Dortmund also die Emotionen Achterbahn fuhren, bleibt sein Blick auf Handball-Zweitligisten HSC Coburg professioneller. Die HUK ist seit vielen Jahren Hauptsponsor und steht zu ihrem Engagement, hat es jüngst sogar verlängert. Es ist ein Bekenntnis zur Kontinuität in einer Zeit, die oft nach schnellen Erfolgen verlangt. „Coburg ist eine handballverrückte Stadt“, sagt Heitmann. Gewinnen? Schön. Aufsteigen? Noch schöner. Aber wichtiger scheint etwas anderes: das Gefühl, Teil von etwas zu sein, das trägt – selbst dann, wenn ein Spiel verloren geht. In Dortmund wie in Coburg.
BLONDINEN BEVORZUGT!
Ein Hauch von Welt weht in diesem Frühling durch Coburg: Am 1. Juni 2026 wäre Marilyn Monroe 100 Jahre alt geworden – Erinnerungen an eine Frau, die weit mehr war als nur Hollywood-Glanz. Auch die Galerie Späth schließt sich der Hommage an und widmet der Ikone eine besondere Ausstellung. Im Mittelpunkt stehen zwei Künstler, für die Marilyn Inspiration und Lebensmotiv zugleich wurde: Allan Grant, einer der prägenden Fotografen des LIFE Magazine, der sie 1962 kurz vor ihrem Tod in ihrem Privathaus porträtierte – und James F. Gill, einer der letzten Vertreter der ersten Generation der amerikanischen Pop Art, der schon mehrfach in der Galerie Späth ausgestellt hat und persönlich zu Gast war. Erstmals werden nun Fotografien aus Grants lange verschlossenem Archiv gezeigt – einfühlsame, stille Momentaufnahmen jenseits der großen Bühne.
Sie dienten einst als Inspiration für Gills berühmtes Marilyn-Triptychon und tun es bis heute: Zum Jubiläum hat er ein neues Werk geschaffen, basierend auf bislang unveröffentlichtem Material. So entsteht in Coburg eine Ausstellung, die den Mythos nicht nur feiert, sondern ihm neue Facetten abgewinnt – zwischen Ikone und Mensch, Erinnerung und Gegenwart, in der Galerie Späth vom 21. Mai bis 13. Juni.
SELBST IST DIE FRAU!
Unser neuer Podcast „Zimmergäste“ erfreute sich schon bei der ersten Ausgabe großer Beliebtheit – und die nächsten sind schon abgedreht. Mit dieser Ausgabe des COBURGER z.B. erscheint der Podcast mit Sambakönig Rolf Beyersdorf (mehr dazu in diesem Magazin auf Seite 82), der sich dazu spontan von Julia Göring von Intercoiffure Julia Göring schminken ließ. Julia ist übrigens auch noch in diesem Jahr in Zimmergäste zu sehen und zu hören.


Neueste Kommentare