Macher: Marcus Geuss

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.

Dieses Mal: Marcus Geuss, Bauchredner, Zauberkünstler, Moderator, Sprecher, im deutschsprachigen Raum und auch weltweit mit seinen Programmen und als Eventorganisator aktiv.

COBURGER: Sind Sie ein Macher?

Marcus Geuss: Ja – irgendwie schon.

COBURGER: Warum sind Sie ein Macher?

Marcus Geuss: Weil das, was ich mache, für mich Leidenschaft ist. Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Eigentlich ist es gar kein Beruf, sondern eher eine Berufung. Man muss für etwas aus tiefstem Herzen brennen, um ein Macher zu sein. Sonst funktioniert das nicht – sonst ist es nur Arbeit von neun bis fünf.

COBURGER: Was macht das „Machen“ für Sie aus?

Marcus Geuss: Da steckt sehr viel Organisation dahinter, ein großes Netzwerk und viele Kontakte. In manche Projekte muss man unfassbar viel Zeit investieren, damit sie am Ende erfolgreich werden – das sieht das Publikum oft nur zum Teil. Ich bin dankbar für ein riesiges Künstlernetzwerk. Vieles kann nur stattfinden, weil die Menschen, mit denen ich arbeite, auch Freunde von mir sind. Zum Machen gehören Mut, der feste Glaube an das, was man umsetzen möchte, und natürlich Kreativität. Man muss immer wieder neue Wege gehen, ohne zu wissen, ob sie beim Publikum ankommen. Sich auf Bauch und Herz zu verlassen, kostet ebenfalls Mut. Ich hatte dieses Jahr gleich Anfang Januar drei große Projekte, die mit heißer Nadel gestrickt waren. Ich wusste nicht, ob es klappt – aber ich habe es einfach gemacht. Und es war großartig.

COBURGER: Wie hat das Machen bei Ihnen angefangen?

Marcus Geuss: Als Kind, mit 14, hatte ich meinen ersten Zauberkasten. Kurz darauf habe ich meinen ersten Zauberkurs gemacht, damals in Ulm – selbst von meinem Geld bezahlt. Dann folgten die ersten Auftritte. Später war ich Jugendleiter in der Siedlergemeinschaft Spittelleite in Coburg und habe dort eine Showtanzgruppe aufgebaut und geleitet. Da habe ich wirklich Feuer gefangen, Shows selbst zu entwickeln und durchzuziehen. Gelernt habe ich ja ursprünglich Schriftsetzer bei der Neuen Presse, danach war ich Zivildienstleistender beim ASB und bin dort auch dann erst einmal hängen geblieben. 1998 habe ich den Ulmer Zauberladen übernommen, später entstand daraus die „Zauberwelt“ in Grub am Forst. Daraus entwickelte sich das erste Kleinkunsttheater der Region, das bis 2013 bestand. Heute bin ich im gesamten deutschsprachigen Raum unterwegs – mit meinen Programmen und in Showproduktionen. Ich organisiere Shows wie den „Bal de Culinaire“ in Bad Elster, den „Binzer Varietézauber“ im Kaiserlichen Kursaal auf Rügen, das Ostervarieté in Stadtallendorf und trete weltweit auf Kreuzfahrtschiff en als Bauchredner und Zauberkünstler auf.

COBURGER: Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?

Marcus Geuss: Ja, absolut – aus mehreren Gründen. Die geografische Lage mitten in Deutschland ist für Künstler ideal. Außerdem ist es in einer überschaubaren Region leichter, Netzwerke aufzubauen. Und hier habe ich meinen Förderverein, der vieles unterstützt. Ohne diese Unterstützung und ohne viele gute Freunde wäre das alles gar nicht möglich, was wir hier gemeinsam auf die Beine stellen.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.