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Deutsche Dienstrad
Das Schweinfurter Unternehmen Deutsche Dienstrad revolutioniert den Leasingmarkt – und Coburg spielt dabei eine wichtige Rolle.
Ein Start-up mit über 100 Jahren Fahrrad-DNA, gegründet mitten in der Corona-Krise, heute 140 Mitarbeiter und 280 Millionen Euro Umsatz: Die Deutsche Dienstrad verbindet Familientradition mit digitaler Innovation. Und auch Coburg ist enger mit der Erfolgsgeschichte verbunden, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Ein Fahrrad zu leasen, sollte eigentlich so einfach sein wie das Aufpumpen eines Reifens. Doch bis vor wenigen Jahren bedeutete Dienstrad-Leasing vor allem eines: Papierformulare, komplizierte Abrechnungen und viel Verwaltungsaufwand. Genau das wollte Christina Puello ändern – und gründete 2020 die Firma Deutsche Dienstrad.
Die gebürtige Werneckerin hat Wurzeln in Coburg: Ihr Vorfahre Carl Greif war ein Visionär des kollektiven Fortschritts. Als Mitbegründer des RV 1888 Aarau Coburg holte er 1894 ein Weltereignis nach Coburg: den 7. Congress der Allgemeinen Radfahrer Union (ARU). Es war die damals mächtigste Radsportvereinigung, und Coburg wurde zum Epizentrum einer technologischen und gesellschaftlichen Aufbruchstimmung.

Dieses Erbe floss durch ihre Mutter und die Fahrrad-Familie schließlich nach Schweinfurt, wo Marken wie Winora, Staiger und Haibike über Generationen das Bild der Branche prägten. Dann aber folgte eine Zäsur: der Verkauf der Unternehmensgruppe. So saß Christina Puello im Jahr 2020 dann vor einem weißen Blatt Papier, ein Neuanfang mit einer ganz besonderen Idee: Ein transparentes, schnelles und vor allem digitales Leasingmodell für Fahrräder – „ohne den ganzen Papierkram“, beschreibt Julian Schiemann, Chief Product Officer, die ersten Schritte. Heute funktioniert das Geschäftsmodell nach einem einfachen Prinzip: Arbeitgeber bieten ihren Beschäftigten Diensträder an, Händler liefern Beratung und Service, und Deutsche Dienstrad stellt die Plattform bereit, über die alles abgewickelt wird. Von der Auswahl des Fahrrads über den Leasingvertrag bis zur Abrechnung läuft alles digital – direkt angebunden an die HR- & Finanzsysteme der Unternehmen. Dass Coburg dabei eine wichtige Rolle spielt, liegt auch an den persönlichen Wurzeln. Neben den Vorfahren der Gründerin stammen weitere Schlüsselpersonen aus der Vestestadt: David Schmitt, Pressesprecher, und Julian Schiemann selbst. Schiemann pendelt regelmäßig zwischen Schweinfurt und Coburg und nutzt einen Arbeitsplatz im Coworking Space von Zukunft.Coburg.Digital.

„Dieses Umfeld ist ideal, um neue Geschäftsfelder zu erschließen“, sagt er. „Hier gibt es kreative Menschen, Nähe zur Hochschule und ein starkes Netzwerk rund um KI und Digitalisierung.“ Auch nach dem Bau des neuen Hauptsitzes – des DD Mobility Campus im Schweinfurter Maintal – hält das Unternehmen bewusst an der Präsenz in Coburg fest. Trotz aller Digitalisierung bleibt ein Grundsatz zentral: „Fachhandel first.“ Fahrradhändler vor Ort sind unverzichtbare Partner, wenn es um Beratung, Wartung und Reparatur geht. Über einen eigenen digitalen Marktplatz werden sie direkt in den Prozess eingebunden. Online Technik ja – aber immer mit lokalem Service. Der Erfolg gibt dem Konzept recht. Aus einem Start-up in der Pandemie ist ein wachsendes Familienunternehmen geworden. Rund 140
Mitarbeiter arbeiten inzwischen für Deutsche Dienstrad, der Umsatz 2024 liegt bei rund 280 Millionen Euro. Seit 2022 gibt es sogar einen eigenen Bike-Shop, den MobilityHub.
Für Schiemann ist die Reise damit längst nicht zu Ende: „Wir verstehen uns als Mobility-Tech-Unternehmen. Das Fahrrad ist ein wichtiger Baustein – aber Mobilität wird künftig viel breiter gedacht.“ Kooperationen mit Bahnunternehmen oder digitale Mobilitätsbudgets seien nur einige der nächsten Schritte.
So schließt sich der Kreis: Aus Coburger Wurzeln, fränkischem Unternehmergeist und moderner Technologie ist ein Unternehmen entstanden, das zeigt, wie nachhaltige Mobilität im 21. Jahrhundert funktionieren kann – effizient, digital und erstaunlich unkompliziert.


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