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Manchmal muss es erst dicke im Leben kommen, damit Träume sich endlich Luft machen können: Vanessa Probst hat in der herausforderndsten Zeit ihres Lebens die Entscheidung getroffen, sich mit einer privaten Pflegeberatung selbstständig zu machen. Dass Bedarf für diese Unterstützung besteht, weiß die 33-Jährige aus eigener Erfahrung. Im vergangenen Herbst verlor sie ihren Vater nach schwerer Krankheit. Heute begleitet sie Menschen in ähnlichen Situationen und hilft dabei, Orientierung im Pflegesystem zu finden.
Vanessa, in welcher Situation wird deine Hilfe gebraucht?
Dann, wenn Angehörige plötzlich pflegebedürftig werden und sich das Leben für alle Beteiligten von heute auf morgen verändert. Oft beginnt alles mit einem Krankenhausaufenthalt. Irgendwann steht die Entlassung an, doch der Gesundheitszustand ist nicht mehr derselbe wie zuvor. Die betroffene Person benötigt Unterstützung im Alltag, kann viele Dinge nicht mehr alleine bewältigen. In einer ohnehin emotional belastenden Situation müssen Angehörige plötzlich unzählige organisatorische Aufgaben übernehmen. Das kann schnell überfordern.
Und dann stehst du beratend zur Seite?
Ja. Ein Anruf genügt und ich verschaffe mir vor Ort einen Überblick. Häufig geht es um Fragen wie: Wird ein Rollstuhl benötigt? Ist ein Pflegebett erforderlich? Muss ein Pflegedienst organisiert werden? Besteht Anspruch auf einen Pflegegrad? Wie läuft die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst ab? Wird vielleicht sogar ein Pflegeheimplatz benötigt? Jede Situation ist individuell. Ich möchte Menschen entlasten, Orientierung geben und sie durch diese schwierige Zeit begleiten.

Woher nimmst du deine fachliche Kompetenz?
Ich bin examinierte Gesundheits- und Krankenpflegerin und habe meine Laufbahn auf einer kardiologischen und neurologischen Station begonnen. Im Laufe der Jahre habe ich verschiedene Leitungsfunktionen übernommen, unter anderem als Pflegedienstleitung und Verwaltungsleitung. Aktuell studiere ich Pflegemanagement und verfüge über die Qualifikation zur Pflegeberaterin nach § 7a und § 45 SGB XI. Dadurch kann ich pflegerische, organisatorische und strukturelle Aspekte miteinander verbinden. Für mich steht dabei immer der Mensch im Mittelpunkt.
Du denkst dabei auch an die Zeit, als du deinen Vater begleitet hast?
Ja. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Obwohl ich fachlich gut vorbereitet war, hätte ich mir damals oft jemanden gewünscht, der die vielen Telefonate, Anträge und organisatorischen Aufgaben übernimmt. Jemanden, der mir als Tochter etwas von der emotionalen Last abnimmt.
Ist daraus die Idee für dein eigenes Unternehmen entstanden?
Das war einer von mehreren Auslösern. Die Krankheit und der Verlust meines Vaters haben mich stark verändert. Hinzu kamen weitere einschneidende Ereignisse. Wenige Monate zuvor hatte ich einen Autounfall, kurze Zeit später zog ich mir einen Bruch zu und konnte nicht mehr laufen. Plötzlich war ich gezwungen, innezuhalten. Ich begann, mein Leben neu zu betrachten und Prioritäten zu hinterfragen.
Welche Erkenntnis hast du dabei gewonnen?
Als Alleinerziehende war ich ständig damit beschäftigt, allen Anforderungen gerecht zu werden. Arbeit, Haus, Kind, Tiere – alles musste funktionieren. Während dieser Zeit wurde mir klar, was mir wirklich wichtig ist: mehr Zeit mit meiner Tochter Nala verbringen zu können. Ich wollte sie auf ihrem Weg begleiten und gleichzeitig beruflich etwas tun, das mich erfüllt. Dieses Ziel ließ sich mit meinem bisherigen Berufsleben nur schwer vereinbaren.

War das die Geburtsstunde von „Vanessa Probst – Private Pflegeberatung“?
Ja, genau. Die Idee war plötzlich sehr präsent. Ich wollte meine Arbeitszeit selbst gestalten, selbstbestimmter arbeiten und meine Erfahrung sinnvoll einsetzen. Also begann ich, Schritt für Schritt ein Unternehmen aufzubauen. Dazu gehörten eine intensive Gründungsberatung, die Erstellung eines Businessplans und die Entwicklung meiner Marke.
Auch das Logo spielte dabei eine wichtige Rolle?
Absolut. Ein Logo steht für die Werte eines Unternehmens. Jessica Höhn von Grafikgold hat ein Erscheinungsbild entwickelt, das genau das ausdrückt, was mir wichtig ist: Nähe, Begleitung, Unterstützung, Persönlichkeit und Lösungsorientierung. Ich bin sehr glücklich damit und freue mich darauf, jetzt loszulegen.
Was unterscheidet deine Arbeit von sozialen Diensten oder Pflegestützpunkten?
Soziale Dienste und Pflegestützpunkte leisten wertvolle Arbeit und helfen vielen Menschen weiter. Der Unterschied liegt vor allem in der individuellen Begleitung. Ich berate nicht nur, sondern unterstütze auf Wunsch auch langfristig. Es gibt keine Wartezeiten, ich bin flexibel erreichbar und kann auch in akuten Situationen schnell helfen. Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die genau zur jeweiligen Familiensituation passen.
Kannst du ein konkretes Beispiel nennen?
Ein wichtiges Thema ist die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst. Hier unterstütze ich dabei, die tatsächliche Pflegesituation fachlich korrekt darzustellen. Das erhöht die Chance auf eine angemessene Einstufung erheblich. Auch bei Widersprüchen gegen abgelehnte Pflegegrade begleite ich die Betroffenen. Mir geht es dabei immer um eine menschliche und persönliche Unterstützung. Ich nehme Menschen sinnbildlich an die Hand und begleite sie kompetent durch den gesamten Prozess.
Hast du schon früher über eine Selbstständigkeit nachgedacht?
Ja, dieser Wunsch begleitet mich schon seit vielen Jahren. Ich wollte mich immer selbstständig machen. Aber oft standen andere Dinge im Vordergrund. Heute weiß ich: Es war der richtige Zeitpunkt. Jetzt beginne ich etwas, für das ich wirklich brenne.


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