
Reisen allein, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen, und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.
FREIBURG
Ein paar Stunden Fahrt – ob mit Auto oder Zug – trennen Oberfranken von Deutschlands südwestlicher Ecke, doch wer sie in Kauf nimmt, wird reich belohnt. Freiburg, sonnendurchflutet und von Weinbergen umarmt, empfängt Besucher mit fast mediterraner Leichtigkeit. Schon die Ankunft vermittelt das Gefühl, in eine andere, sanftere Welt einzutreten: historische Gassen, das Plätschern der Bächle, die Silhouette des Münsters vor dem Schwarzwaldhorizont. Wer sich Zeit nimmt, die Stadt zu Fuß zu erkunden, entdeckt nicht nur mittelalterliche Architektur und charmante Plätze, sondern auch die lebendige Gegenwart: Cafés, kleine Boutiquen, Märkte voller Düfte und Farben. Und wer über den Stadtrand hinausblickt, findet eine Landschaft, die zu Ausflügen einlädt, die Natur zu spüren und Genuss zu verbinden – vom Schwarzwald bis zu den sanften Hügeln des Breisgaus.
WO DER BLICK SCHWEIFT
Wer Freiburg verstehen will, muss ihm einmal von oben ins Herz schauen. Der Schlossberg, jener bewaldete Rücken, der sich wie selbstverständlich an die Altstadt schmiegt, ist dafür der ideale Ort. Schon die Fahrt mit der Schlossbergbahn ist mehr als ein praktischer Aufstieg: Lautlos gleitet die Kabine aus dem urbanen Gewimmel hinaus, über Dächer und Gassen hinweg, hinein in eine andere Perspektive. Unten klirren Gläser, oben rascheln Blätter. Am Berg angekommen, öffnet sich Freiburg in alle Richtungen.

Der Schlossbergturm, schlank und modern, wirkt fast wie ein Gegenentwurf zur historischen Stadt unter ihm – und ist doch ihr bester Beobachter. Wer die Stufen erklimmt, wird belohnt mit einem Panorama, das Weite wagt: die roten Dächer der Altstadt, der Münsterturm als steinerner Fixpunkt, dahinter das Rheintal, bei klarem Wetter sogar die Vogesen. Und nach Osten hin erhebt sich der Schwarzwald, dunkelgrün und still. Der Schlossberg ist kein Ort des Spektakels, sondern der Konzentration. Hier oben verlangsamt sich der Blick, ordnet sich der Tag. Spazierwege führen durch lichte Wälder, Bänke laden zum Verweilen ein – und immer wieder öffnet sich eine neue Aussicht.

WO DAS HERZ SCHLÄGT
Wer Freiburg entdecken will, beginnt am besten mitten in der Stadt: am Münsterplatz, wo das Freiburger Münster mit seinem filigranen Turm in den Himmel ragt. Stein auf Stein erzählt von Jahrhunderten: von gotischer Geduld, von Handwerkern, deren Hände Figuren und Spitzbögen aus Sandstein formten, die noch heute den Atem anhalten lassen. Unter dem Turm pulsieren die Wochenmärkte, farbenprächtig und duftend, ein Kontrast zwischen mittelalterlicher Architektur und lebendiger Gegenwart. Die Innenstadt rund um das Münster lädt zum Schlendern ein. Kopfsteinpflaster, schmale Gassen, elegante Fassaden – jeder Schritt ist ein Spaziergang durch Geschichte und Gegenwart zugleich. Besonders das historische Kaufhaus zieht den Blick auf sich: Rot gestrichene Wände, filigrane Erker, Zeichen des Wohlstands und der Handelsmacht Freiburgs im 16. Jahrhundert. Heute flanieren hier Einheimische und Reisende, bewundern die Renaissance-Architektur, lassen sich treiben zwischen Boutiquen, Cafés und kleinen Kunsthandwerksläden. Freiburgs Innenstadt ist kein Museum, sondern ein lebendiger Raum, in dem sich Geschichte und Alltag begegnen.

WO DIE SEELE SCHWELGT
Es sind die leisen Orte, die einer Stadt ihr Gedächtnis bewahren. Freiburgs Klein-Venedig gehört dazu. Wo sich heute Spaziergänger am Wasser niederlassen und Gläser im Abendlicht klingen, arbeiteten einst Handwerker, deren Alltag vom Rhythmus der Dreisam bestimmt war. Gerber, Färber und Fischer nutzten die schmalen Wasserarme, die sich hier durch die Stadt ziehen – das Wasser war Werkzeug, Antrieb und Lebensader zugleich. Noch heute lässt sich diese Geschichte erahnen. Zwischen schlichten Häuserfassaden und alten Bäumen fließt das Wasser ruhig dahin, spiegelt Himmel und Zeit. Die Wege entlang der Kanäle laden zum Flanieren ein, fast beiläufig, ohne Hast. Man geht hier nicht zielstrebig, sondern mit offenen Sinnen – auf der Suche nach einem freien Tisch, einem Platz in der Sonne, einem Moment, der bleibt. Cafés und Restaurants schmiegen sich ans Ufer, ihre Terrassen öffnen sich zum Wasser. Freiburg zeigt sich hier von einer seiner freundlichsten Seiten: geerdet, genussvoll, geschichtsbewusst. Ein Ort, an dem das Flanieren zur Kunst wird – und die Vergangenheit leise mitspaziert.
KAUM VERLÄSST MAN DAS STÄDTISCHE PFLASTER, ÖFFNET SICH DER SCHWARZWALD WIE EIN GRÜNES PANORAMA VOLLER MÖGLICHKEITEN.

WO DER GEIST ATMET
Freiburg ist nicht nur Stadt, sondern Ausgangspunkt in eine Landschaft, die man sich erwandern, erradeln oder schlicht ansehen sollte. Kaum verlässt man das städtische Pflaster, öffnet sich der Schwarzwald wie ein grünes Panorama voller Möglichkeiten. Sanfte Hügel, dunkle Tannenwälder, klare Bäche – jeder Weg scheint ein Versprechen auf Entdeckung und Ruhe zugleich. Für Wanderer lockt der Schauinsland, dessen Gipfel man über historische Seilbahnen oder verwunschene Pfade erreicht. Oben eröffnet sich ein Blick, der sich bis in die Vogesen und das Rheintal verliert, als wolle die Natur die Perspektive Freiburgs erweitern. Radfahrer und Genussmenschen finden auf den gut ausgeschilderten Strecken durch Rebhänge und entlang der Dreisam eine Kombination aus sportlicher Bewegung und kulinarischem Vergnügen: Winzerhöfe bieten badische Spezialitäten, kleine Gasthäuser laden zu regionalen Köstlichkeiten. Auch für Familien hält das Umland Überraschungen bereit: Tierparks, Baumwipfelpfade, traditionelle Schwarzwaldhöfe. Freiburgs Umland ist nicht nur Kulisse, sondern Erlebnis.


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