
Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im BAMBERGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen der Diversität.
MACHER
Dieses Mal Sven Goller. Sven Goller ist nicht nur der Inhaber der Bar „Das Schwarze Schaf“ an der Schranne 7 in Bamberg. Er wurde im vergangenen Jahr vom Fachmagazin Mixology auch als „Barkeeper des Jahres“ für herausragende Gastfreundschaft und Barkultur ausgezeichnet. Diesen „Oscar der Bar- und Cocktailszene“ hat sich der 35-Jährige auch redlich verdient. Denn er hat Bamberg fest auf der nationalen und internationalen Cocktail-Bar-Karte platziert. Mit wunderbaren Signature-Drinks – gerne auch mit lokalen Bamberger Zutaten –, einem individuellen und gemütlichen Ambiente und diesem ganz besonderen „Schwarze-Schaf-Flair“. Ja, Sven Goller und seinem Team macht in Sachen „Bartending“ so schnell keiner was vor.
BAMBERGER: Bist du ein Macher?
Sven Goller: Habe ich noch nie so gesehen, aber scheinbar schon.
BAMBERGER: Warum bist du ein Macher?
Sven Goller: Ich wollte und musste früh mein eigenes Geld verdienen und habe dabei gemerkt, dass ich mit Autoritäten nicht so gut klarkomme/alles vermeintlich besser weiß, dann muss man das auch zwangsweise „selbst“ machen.
BAMBERGER: Was macht das Machen aus?
Sven Goller: Immer das Ganze im Blick zu behalten, sein Wissen und Können weiterzugeben, den Mitarbeiter*innen Selbstvertrauen „einimpfen“ und keine Angst vor Rückschlägen haben.
BAMBERGER: Wie und warum hat das Machen bei Dir angefangen?
Sven Goller: Meine Eltern haben mir früh beigebracht, dass, wenn ich etwas möchte, ich dafür selbst etwas tun muss. Als Kleinkind war es dann vielleicht den Koch im Wirtshaus direkt zu fragen, ob er mir eine Portion Pommes machen kann – auch wenn wir zur Kaffeezeit da waren und die warme Küche eigentlich geschlossen war – und später dann ganz selbstverständlich mein Taschengeld mit Jobs aufzubessern. So bin ich mit 18 Jahren auch zum Bartending gekommen.
BAMBERGER: Ist Bamberg aus deiner Sicht ein Macher-Standort zum Machen?
Sven Goller: Absolut. Nicht nur wegen der Schönheit der Altstadt und dem Rauchbier – beides eine stetige Inspirationsquelle. Wenn man sieht, was die Kreativszene hier jedes Jahr auf die Beine stellt, und wie seit einigen Jahren auch die Stadt spät so wertschätzend der Gastronomie gegenübersteht – so etwas können sich viele andere Städte (und deren Barbetreiber) leider nur wünschen.
BAMBERGER: Und was würdest du dir in Bamberg wünschen, damit das Miteinander noch mehr Spaß machen würde?
Sven Goller: Mehr Grün, besonders in der Innenstadt, ein Wegfall der Sperrstunde und damit einhergehend hoffentlich ein Schub für die nächtliche Subkultur. Und mehr Geld für die freie Kulturszene.
BAMBERGER: Würdest du unterschreiben, dass du entscheidenden Anteil daran hast, dass die Barkultur Bamberg jetzt auch eine echte Adresse für Cocktailfans geworden ist?
Sven Goller: Auf jeden Fall, allerdings macht man sowas ja nicht alleine, ohne Linda Le, Christoph Köll, Memo Ismail, Till Deininger & Nico Wunder mit Freiraum, Kwanemman, Schluckspecht und Plattenladen und unserem gegenseitigen Support wäre das alles undenkbar gewesen und besonders Peter Rosen und seine Soda Bar sollte man nicht vergessen. Peter hat lange vor allen anderen stabile Drinks in Bamberg gerührt.
BAMBERGER: Welchen Drink empfiehlst du, wenn man etwas Außergewöhnliches machen möchte?
Sven Goller: Entweder mein großartiges Barteam nach einer Empfehlung fragen, oder einen Mezcal Negroni mit einem Mezcal aus der Salmiana Agave bestellen, der macht diesen bittersüßen Drink etwas vegetal, deutlich fruchtiger als mit Gin und bringt einen gut durch die Nacht.
Die Fragen stellte Arndt Oehner.

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